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Denn wieder sah' ich Siegeszüge RomsDen Rheinstrom überschreiten, sah' besetzt
235 Von Kriegern Latiums den SeinestrandUnd jenen Gau, den die Garonne netzt!Dann spinnt den Lebensfaden weiter, Parzen,Bis mir das späte Alter zitternd nabt.
Doch, ach, inzwischen plagt mich bange Sorge.
240 Die stets der Liebe folgt. Der Heimat fern,Verbannt ins Rhonetal und gramerftilltMufs ich des teuren Mutterlandes LeidVoll blasser Furcht gewahren und mir ist,Als wenn ich stehend au des Meeres Strand
245 Die greise Mutter in der Fluten GrausIm Todesringen sähe.') Also mischtSich Furcht und Hoffnung in des Sohnes Brust. — •Weil Frohes denn mit Ernstem so sich mischt,So lafs mich schliefsen mit gemischten Worten.
250 Soll ich frohlocken, trauern, hoffen, fürchten?Ich weifs es nicht. Denn voller WiderspruchIst alles Ahnen, das mein Herz durchbebt.So leb denn wohl. Zeigt einen Ausweg dirDas Schicksal, tu ihn kund, denn also bringst
255 Du deinem bangen Freunde holden Trost.
4. König Robert in Vaucluse. 2 )
(An Diouysius Robert! aus Borgo di S. Sepoloro.)So kann dich nicht der helle SilberglanzDes kühlen Quells verlocken, nicht der WälderGeheimnisvoller, hochgewölbter Dom,Wo scheues Wild die Ruhestätte findet,5 Wo Waldesgötter gern verborgen weilen?
') Vgl. das Bild an der Wand des Senatspalastes, durch welchesCola di Kienzi die Kömer aufreizte: ein Schiffswrack auf stürmendemMeer; eine Mutter in Tränen, knioend im Gebet. Grcgorovius VI, 282und 235 ff.
a ) Dionysius Eoberti aus Borge di S. Sepolcro, eine Zierde derPariser Universität und ein Freund P.s, war 1339 zum Bischof von Monopoli