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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Er bricht das süfse Obst,') und ihn entzückt

170 Allüberall des Götterlorbeers Duft.

Doch nichts erstrahlt in wundervollem GlanzSo wie der Männer Sinn, der Männer Art!Denn in der Herzen Tiefe wohnet Gott,Im ganzen teuren Lande! Nimmermehr

175 Ertragen solche Herzen Tyrannei!

Welch eine Welt von Glanz! Mit ZaubermachtErfafst sie ihn, entflammt des Herzens BrandUnd seines Schlundes Gier zu heifser Glut.Der Seel'gen Leiber und der frommen Väter

180 Vom Blut der Unschuld nasse heil'ge Gräber

Mit Andacht zu beschaun, das lockt ihn nicht!Denn lieber als im Himmelreich gewinntEr sich auf Erden Macht; mit arger List,Ein Wolf im Kleid des Schafes, lauert er

185 Sie zu erhöh'n. So wächst aus kleinem ReisZu stolzer Höhe die Cypresse, soDes Unheils Riesenstrom aus kleinem Quell!Ein solcher Feind, fürwahr, kennt keine Bast.Und ohne Ende wächst der Frevel fort,

190 Der jetzt durch Luccas öde Mauern drang. 2 )

Doch wozu klagst du, Tor! Noch immer bleibtEin einz'ger Weg der Bettung, und vielleicht,So spät es sei, führt er die alte ZuchtZu uns zurück. 0, halte fest mein Herz

195 An diesem Hoffnungstrost! Der wilde Krieg,Er endet schnell, sobald sich unverhofftEin Herrscher uns, ein hehrer König zeigt, 3 )Der Schwert und Speer in starken Händen führt,Mit denen, treu der Ahnen Vorbild, einst

200 Italiens Jugend einer Welt gebot!

l ) Vgl. Ep. II, 12Die Birne".

») Lucca hatte besonders gelitten; von den Florentinern befreite esJohann von Böhmen, dann aber verkaufte er es an seine Feinde, die Pisaner.

s ) P. stellt, wie Dante, noch auf dem Standpunkte, dafs König vonDeutschland und Papst einträchtig die Welt leiten könnten. Vgl. Ep. I, 2an Benedict. XII.