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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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60 Zum dritten Mal an Jovis Pfosten hing.Doch als der Bauer aus Arpinum erstNicht mehr die Erde aufrifs mit dem Pflug,Nicht mehr die Scholle mit dem plumpen KarstIn Stücken schlug, als Marius das Schwert

05 Mit rauher Hand so wild, so schneidig schwangWie schlug er drein! Er hat der Welt gezeigt,Dals der Latiner schlichter BauernstammHoch über aller Länder Adel ragt!

Doch ach, ins Gegenteil verkehrt ist alles!

70 So wandelt sich in Nacht der helle Tag,Wenn sich der Süd erhebt, der Schiffer nichtBekannte Zeichen sieht und aus der Höh'Kein Leitstern freundlich durch das Dunkel glänzt.0 Schmach! 0 Schande! Jetzt erhebt der Knecht

75 Sich wider seinen Herrn, der FreigelassneSich wider den, der ihm die Freiheit gab.Und rings bedroht uns Hafs. Denn freilich, stetsEntbrennt in Wut der Sklav, wenn er der Schläge,Der oft erlittnen, denkt. Wer hätte je

80 Aus Kerkers Nacht entsprungen seinen WärterMit heiterm Blick begrüfst? So wünscht der Stier,Der heimlich vom verhafsten Pflug entwich,Wenn er die Hörner an den Ulmen wetzt,Und mit Gebrüll die Lüfte wild durchtönt,

85 Den Pflüger sich herbei! Und eher wirdDes Atlas dichter Wald zur Syrte hinNach Libyen wandern, wird des Ebro FlutDas Haupt des Kaukasus bespülen, wirdDen wilden Aar die fromme Taube würgen,

90 Die dunkle Krähe heller als der Schwan

Und weil's wie Schnee erglänzen, eh' der Sklav,Der oft der Ketten und der Knechtschaft denkt,Der Geifselhiebe denkt, der Kutenstreiche,Sich furchtsam vor des Herrn Gebieterstirn

95 Zur Erde beugt! Nein, seiner Ketten ledig,Wird er die Arme, die gewalt'gen Glieder,Die noch der Schläge blut'ge Spuren tragen,