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Ach, warum spinnt den schwachen Lebensfaden
Ihr immer weiter, harte Schicksalsmächte?
Welch düstrer Stern verlieh mir zähe Kraft,
Damit ich Leiden ohne Ende sähe?10 Muls hier nicht jeder Tränenstrom versiegen?
Wer kann die Seufzer nach Gehtihr in Verse,
Wer kann des Vaterlandes kläglich Ende
In Klagelieder angemessen fassen?
0, dafs doch alle meine Glieder tönten15 Mit Menschenstimmen!') Dafs die Zunge mir
Mit Erzesklang erschallte! Dafs der Wehruf
Von meinem Leid die ganze Welt durchdränge!Doch ach, der Stimme Ton versagt; ich finde
Des Liedes Anfang nicht! 0 bittres Los!20 Mit Ketten sind wir und mit Schmach beladen
Und müssen's dulden, dafs nach unsern Herzen
Die Schwerter zielen, die so oft, zerbrochen,
Beim Siegesfeste den Triumphzug schmückten.
Fortuna, Schande dir, dafs du der Welt25 Erhabne Herrin in der Knechtschaft Joch
So schmachvoll beugst und sie so schändlich preisgiebst
Den Feindesarmen, die sie tausendmal
Geprefst in Fesseln auf den Rücken band!
Der grimme Hannibal, Karthagos Feldherrn,30 Sie würden weinen; war' auch noch so roh,
Noch so entmenscht ein Volk, sein Auge würde
Von Tränen überströmen, sah' es Rom
Als Sklavin Galliern Tribute zahlen!
Von ihrem Blute schwollen einst die Ströme
P. in folgender Epistel an seinen Freund Aeneas aus. Sie wird mitBeeilt seiner berühmtesten Canzone: „Italia mia" an die Seite gestellt. —Sein Unwille richtet sieh besonders gegen die Franzosen, als die Nach-kommen der von Rom unterjochten Gallier. Davon, dafs auch der Tapstim Bunde war, zu schweigen dürfte er gute Gründe gehabt haben.
2 ) Aeneas di Tolomei da Siena, Dominikaner, theologischer Lehrerim Kloster zu S. Maria Novella in Florenz; auch namhafter Dichter.(Eossetti, vol. I, sez. II, l.)
') Die Stelle ist beeinflufst durch Virgil, Georg. II, 43 ff.