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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Errötend wich der blasse Neid dem Streben.

60 Doch wich er wirklich? wuchs nicht Jahre langEr giftgeschwollen, wie mein Name stieg?Mag er's. Ihn lernt ein hoher Sinn verachten.Er schreckt mich nicht, kann nicht den Frieden störenDer Seele wie des Liedes. Lehrte doch

65 Des Lebens Schauspiel, oft von mir geprüft,Um nichts zu trauern, alles zu erdulden.Erfahrung hat mein Weinen lind gestillt,Vernunft war machtlos, doch Natur und ZeitBesiegten mich, der der Vernunft getrotzt. 1 )

70 Die Glut, vom Tode rauh erstickt, sie schwandNach langer Zeit; zusammen sank der Brand,Der mir im Herzen lohte, sank ins Grab.Ein enger Marmorsarg umschliefst, was einstMich heifs entflammte. Kühlen Herzens nun

75 Bedaur' ich andre, die in Liebe brennen.

Schon reut mich meine Glut. Es bebt mein Herz,Wenn es in Ruh' der frühern Stürme denkt.Was ich gedichtet, scheint mir, sang ein andrer.Vergebens doch verberg' ich mich; mir folgt

80 Die Freundesschar, entflammt von gleicher Glut.Sie finden's süfs, wenn sie die eignen LeidenAn meinen messen, und so nützt es nichtsSie abzuwehren; gröfser wird der Schwärm,Zieht leider! mich heraus ins helle Licht.

85 Von Stadt zu Stadt erklingt mein Lied, vom VolkeBejubelt; in verborgne Stille kannNicht fliehn die Muse, kann zurück nicht weichen.So lals sie wirren Haars zu dir sich flüchten,In Hast, mit offner Brust, und flehn um Nachsicht,

90 Doch nicht um Lob. Es naht vielleicht die Zeit,Da sie mit stolzem Schritt, im Siegesprunk 2 )

') Seine lange Jahre nach dem Tode der Madonna Laura fortlebendeLiebe schien der Vernunft zu trotzen.

2 ) Gemeint ist die Vollendung seines Epos Africa, von dem er Barbatoschon 1343 in Neapel ein kleines Bruchstück mitgeteilt hatte. Doch hatP. das Epos unvollendet hinterlassen.