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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Wie gnädig schenkte mir der Ehren Fülle 1 )Plinst jener Fürst, aus dessen Augen strahlte

10 Der Hoheit Ernst, des güt'gen Alters Würde!Sein edler Geist, entrissen uns, ging heimZum Himmel. Nimmer klingt der ZaubertonDes ernsten Wortes, das der Männer HerzenIn Fesseln schlug und mit sich aufwärts riss,

15 Dess Lob, ein scharfer Sporn, mir Geist und FederZur Arbeit reizte. 2 ) Doch nicht alles decktDas Grab; die Liebe lebt, es lebt der Schmerz.Darf ich nicht mehr sein fürstlich Antlitz schaun,So darf ich weinen doch und sein gedenken!

20 Das soll nicht Tod, nicht Lethes Flut mir rauben!Doch aus des Lebens wohlerwogner BahnRiss mich sein Tod. 3 ) Gemeinsam liebten wirDen gleichen Ort; doch hierhin, dorthin treibenDes Lebens Stürme mich, bald Meerestiefen

25 Bald Alpenhöhen scheiden mich von dir.Und leitet heimwärts endlich mich ein Stern,Dann führt das Schicksal dich an Maros Grab, 1 )An seine Wiege 5 ) mich, und wieder trennt

')Ehren Fülle" bezieht sich auf die Dichterkrönung, die nach einerdreitägigen Unterredung, welche König Robert im März 1341 zu Neapelmit P. abhielt, durch Vermittlung des Königs II. am 8. April 1341 aufdem Kapital erfolgte. Hierfür bewies P, dem Könige zeitlebens eine innigeDankbarkeit.

2 ) P. hatte dem Könige R. einen Teil seines unvollendeten EposAfrica vorgelesen. Der König erkannte die Bedeutung des damals 36 jäh-rigen Dichters und munterte ihn auf, sein Werk fortzusetzen. Die Folgewar, dafs in Sclvapiana bei Parma sich P., wie er selbst erzählt, mit neuerEnergie der Africa zuwendete und endlich das ganze Gedicht, wie erversprochen, dem Könige Robert widmete, obwohl derselbe längst ge-storben war.

3 ) Ohne die nach dem Tode R.'s in Neapel ausgebrochenen Wirronwäre ein längeres Verweilen P.'s dort oder gar seine dauernde Nieder-lassung möglich gewesen.

4 ) Nach Ansicht des Mittelalters war P. Virgilius Maro am Fufse desPosilip bei Neapel begraben. Das angebliche Grabmal wird noch jetztgezeigt.

°) Virgil war in dem Dorfe Andcs bei Mantua geboren. In Mantuahatte P. im Dezember 1354 eine berühmte Unterredung mit Kaiser Karl IV.