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keit, und Anlehnungen an die Dichter des Altertums sind inihnen ziemlieh selten nachzuweisen. Sie zeigen also den Dichterin seiner hohen lyrischen Begabung, sie zeigen ihn. inmittenseiner Zeitgenossen, sie zeigen ihn in seinem Seelenleben, inseinen Widersprüchen und Inkonsequenzen, seiner Erregbarkeit,seiner treuen Dankbarkeit, seiner selbstquälerischen Grübelei,seiner Liebe, seinem Kummer, seinem Ehrgeiz, seiner Freund-schaft und Feindschaft, seinem feinen Sinn für Schönheit, derihn die Natur überall mit Ktinstleraugen betrachten läfst, undendlich auch in seiner begeisterten Vaterlandsliebe, für die ermehrfach die herrlichsten Worte findet. Selten schlägt er da-gegen den Ton der gemütliehen Plauderei an, auch Ansätze zuHumor finden sich nur selten.
Petrarca hat wie wenig Andere den „Wechsel der Jahr-hunderte" an sich erfahren. Zu seiner Zeit von Priestern undLaieu, von Fürsten und Republiken hoch verehrt, in den nächst-folgenden Jahrhunderten nicht weniger allgemein bewundert,findet er heute bei uns Deutschen eine ungünstige Beurteilung.Man läfst die Schwächen seines Charakters allzusehr hervor-treten, während man seine für die ganze Welt so bedeutendenLeistungen ihm allzuwenig anrechnet. Möchte die nachfolgendeÜbersetzung dazu beitragen, ein etwas günstigeres Lieht aufihn fallen zu lassen und ihm neue Freunde zu gewinnen.
Am 20. Juli 1904 wird man Petrarcas 600. Geburtstagfeiern. Die Völker der Erde können dann an dem Grabe inArqua bei Padua ihrem grofsen Lehrmeister, dem Begründerdes Humanismus, ihren Dank abstatten. Wenn es an jenemTage nicht an Leuten fehlen wird, die das frohe Empfindenhegen, sich über seinen Einflufs emporgeschwungen zu haben,so wird doch sicher die Zahl derer gröfser sein, die dankbaranerkennen, was von seiner Anregung ausging, und die esnicht vergessen, dafs die Grundlagen der Kultur, zu denen erseiner Zeit den Weg wies, dieselben bleiben müssen für dieMenschen aller Zeiten. Alle aber, die sein Grab umstehen,werden die mit schwermütiger Sehnsucht gepaarte Vaterlands-liebe des Dichters nacbempfinden, der gleichsam aus dem Grabezu ihnen spricht: