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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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In Deutschland ist eine metrische Übersetzungdieser poetischen Briefe bisher nicht unternommenworden. Zwar zitiert Geiger (Petrarka. 1874. Leipzig. Dunkeru. Humblot) p. 60 u. 183 zweimal einige Verse aus Briefen desPetrarca in deutscher metrischer Form; aber es sind dies ein-zelne Bruchstücke, die ihre Entstehung dem Bedürfnis desAugenblicks verdanken.

Der Grund dieses Fehlens einer deutschen Übersetzungist wohl darin zu suchen, dafs Leute, die sieh eingehend mitPetrarca beschäftigen, auch selbstverständlich des Lateinischenhinreichend mächtig sein müssen, um seine Gedichte zu lesen.Ein Übersetzer dagegen wird sich in erster Linie immer nuran solche Leute wenden, die, ohne tiefere Studien zu machen,von dem weltberühmten Namen Petrarca etwas mehr erfahrenwollen als im Konversations-Lexikon steht; an alle, die sichnicht damit begnügen wollen, ein fertig vorliegendes Urteileinfach nachzusprechen.

Die poetischen Briefe sind aber besonders geeignet, denDichter kennen zu lernen; denn alles, was ihn bewegte, liebteer in Briefen auszusprechen, sowohl in prosaischen, von denenja eine Reihe Bände vorliegt, als in poetischen.

Für diese poetischen Briefe hatte er sich offenbar denHoraz zum Vorbilde genommen, wie für die Africa und dieBukolika den Virgil. Aber aufser der hexametrischen Formist wenig in den Briefen, was an Horaz erinnert; weder stoischeund epikureische Philosophie, noch ästhetische Betrachtungder Poesie und bildenden Kunst, weder kluge Weisungen undWinke für praktisches und höfisches Leben, noch heitere Auf-forderungen zum Genufs. Dagegen gemeinsam ist Beiden dieFreude an der Natur, dort am Sabinum, hier an Vaucluse.Aber auch diese äufsert sich sehr verschieden. Denn Petrarcaträgt seine Empfindung in die Natur hinein, seine Seele nimmtan dem Leben der Tiere, ja der Pflanzen teil und er kannnicht genug Worte finden, die Schönheit seiner Umgebung zumalen und auszusprechen, was er in dieser Umgebung empfindet.Das aber gibt gerade diesen poetischen Briefen ihren Wert;denn während die Africa beladen ist mit den Erfolgen seinerfleii'sigen Lektüre, sind die Episteln von grofser Selbständig-