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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Die italienischen Gedichte Petrarcas, insbesondere seineSonette, haben zahlreiche Übersetzer gefunden, die vomReiz der Form angezogen, mit dem unerreichten Meister undder unerreichbaren Sprache einen Wettkampf wagten. Dielateinischen Werke des Dichters aber sind aufserhalb desKreises der Fachgenossen wenig bekannt. Wenn dies auchaus verschiedenen Gründen erklärlich ist, so mufs es dochwenigstens für einen Teil der lateinischen Dichtungen bedauertwerden; ganz besonders aber gilt dies von seinen poetischenEpisteln: denn jeder der sich mit ihnen beschäftigt hat, mnfstesie als anmutige, liebenswürdige, formgewandte Dichtungenloben. Gewifs würden diese poetischen Briefe ebenso bekanntund wenigstens in Italien ebenso beliebt sein wie die Sonette,wenn sie nicht leider lateinisch geschrieben wären. DiesemUmstand hat man daher abzuhelfen gesucht, und schon18291834 erschien eine italienische Übersetzung der poesieminori del Petrarca, unter Leitung Domenico Rossettis voneiner Anzahl von Kennern herausgegeben. Indessen eineallgemeine Bekanntschaft der kleinen lateinischen Gedichte,namentlich der Episteln, scheint auch diese Ausgabe nichterreicht zu haben; denn sie hat eine zweite Auflage nichterlebt und ist schwer aufzutreiben. Die Ursache mag wohlan der Behandlung liegen, die den Gedichten zu Teil wurde.Denn die Gedichte wurden in kleine Gruppen (sezioni) geteiltund jede Gruppe einem anderen Übersetzer oder auch mehrerenübertragen. So kam die Arbeit wohl schnell zum Abschlul's;aber es fehlt ihr die erste Bedingung des Gelingens: dieEinheitlichkeit.

F. Ifriedersdorff, Petrarcas poetische Briefe. 1