406 vr. K. Thieß.
pflegt sich also durchschnittlich ^5 des gesamten Geldverkehrs der Kassen außer-halb, ^/« innerhalb des Kassenbezirks abzuspielen. Die Differenzen zwischenSoll und Haben zeigen an, ob die Tendenz in den Genossenschaften aufGeldüberfluß oder Mangel ging. Die Schwankungen des Geldbedarfswerden noch deutlicher durch eine Zufaminenstellung der Posten, welchedie Darlehnstassen bei der Centralstelle am Schluß jedes Jahres gut-hatten bezw. schuldig waren. Darüber ermöglichen die Geschäftsberichteder Bank ebenfalls eine Zufaminenstellung. Es betrug am Schluß desJahres
Die Schuld von die Guthaben von
Kassen (Zahl) in tausend Mark Kassen (Zahl) in tausend Mark
1884
42
222
27
133
1885
37
323
32
246
1886
51
536
23
135
1887
41
410
34
370
1888
38
345
37
394
1889
47
553
35
346
1890
53
592
58
423
1891
90
791
74
434
1892
117'-!-«!
1111
83-1-1'
59?
1893
152-5-6
1541
69-1-3
505
1894
150-l-'
1719
83-!-i
665
1895
109-l^
1016
135-1-2
2129
Die Guthabensummen würden sich durch Hinzurechnung der auflängere Zeit angelegten Depositen noch erheblich erhöhen.
Aus der Tabelle ergiebt sich, daß im letzten Jahre die Guthabender Kassen bei der Bank auf das Dreifache angewachfen sind, währendgleichzeitig die Schuld sich beträchtlich vermindert hat. Da diese Zunahmeder Guthaben offenbar keine Überschüsse des landwirtschaftlichen Betriebsdarstellen, fo ist anzunehmen, daß die Ausbreitung der Darlehnskaffenim letzten Jahre überwiegend dazu geführt hat, anderswo angelegte oderunbenutzte Spargelder, Anlagen in Wertpapieren und bisher unbenutztgebliebene Erfparniffe den Spar- und Darlehnskaffen zuzuführen, währenddie Steigerung des KreditbedürfniffeS bei weitem nicht damit Schritt gehaltenhat. Von den Kaffen konnten 1895 auch wegeu des Stillstandes im Güter-Handel erhebliche Beträge weniger im Bezirk angelegt weiden, die deshalb
i Die kleinen Zahlen bedeuten Produttivgenofsenschaften, deren Konten mitdenen der Darlehnstafsen zusammengerechnet sind.