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1 (1896) Süddeutschland
Entstehung
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Der Persunaltredit des ländl. Kleingrundbesitzes im Gioßherzugtum Hessen. 49?

der Bank zuflössen. Großenteils wird die Ansammlung der Gelderauch daraus zurückgeführt, daß die Bank in einer Zeit weichenden Zins-fußes sich bemüht, ihren Zinsfuß möglichst stabil zu erhalten. Erbeträgt jetzt noch in laufender Rechnung für Einlagen 3, für Darlehne4"/«, lockt alfu zu Einlagen an. Für Depositen werden bei sechs-monatlicher Kündigung sogar noch 4°/« Zinsen gewährt, doch müssendiese jetzt vom 1. Oktober 1896 ab aus 3^2°/« herabgesetzt werden.

VII.

Die Darlehnstassen des hessischen Verbandes sind nicht die einzigenim Lande geblieben. Wie vielfach im landwirtschaftlichen Genossenschafts-wesen, das doch so sehr auf ein planmäßiges Zusammenarbeiten undeinen einheitlichen Zusammenschluß angewiesen ist, haben sich auch hierNeben» und Gegenströmungen, deren Ursache auf anderem als genossen-schaftlich'technifchem Gebiete liegen, geltend gemacht.

Im Jahre 1890 wurde von dem antisemitischen Reichtagsabgeord-netcn Dr. Buckel derMitteldeutsche Genossenschllfts-Revisions-Verband"mit dem Sitz in Marburg gegründet, dessen Wirkung nur sein konnte,aus parteipolitischen Gründen einen Keil in das landwirtschaftliche Ge-nossenschaftswesen zu treiben. Dieser Verband fand auch iu Hessenmehrfach Verbreitung. Jedoch war fein Gedeihen nur von kurzer Dauer.Dem Vernehmen nach hat er jetzt seine Thätigkeit eingestellt, und dieKassen, die ihm angehörten, schließen sich allmählich wieder dem hessischenVerbünde an.

Der Geneilllanwaltschaftsverband ländlicher Genossenschaften zu Neu-wied, der sich ohne selbständige Zwischenglieder über ganz Deutschlandauszudehnen trachtet, hatte seit dem Fortgang Dr. Weid enh aminersaus diesem Verband keinerlei Bedeutung mehr für Hessen. Ganz ver-einzelte Kassen in Hessen schlössen sich im Lause der Zeit den NeuwiederAnstalten an, und im März 1892 gründeten 15 bis 20, nach einemBericht 22 Darlehnstassen einen Neuwieder Unterderhand für Hessen.Der Hefsische Bauernbund, der ganz überwiegend aus katholischen Mit-gliedern besteht trat für die neue Gründung ein. Gegenwärtig gehörendicfcm Verbände, dessen Anwalt der Freiherr Dael v. Koeth-Wanscheid ist, ca. 30 Dllilehnskassenvereine, meist in Nheinhessen, an.Genaue Angaben waren über die Thätigkeit des Verbandes, der auch dieFragebogen des Vereins sür Socialpolitik, die ihm zugesandt waren,nicht ausgefüllt hat, nicht zu erlangen. Doch ist die Annahme begründet,daß diese Vereine ebenso wie die vereinzelt ganz isoliert bestehenden,