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1 (1896) Süddeutschland
Entstehung
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Der PeisonalKedit des ländl, Kleinglundbesitzes im Grotzherzogtum Hessen. Z95

unter möglichst günstigen Bedingungen abschlössen. Doch bald genügtediese Einrichtung nicht mehr. Auf Grund reiflicher Prüfung und gestütztauf ca. 60 Darlehnstassen und 100 landwirtschaftliche Konsumvereineentfchloß sich der Verband, obschon die badischen Kreditvereine, um sichauf eigene Füße zu stellen, ausfchieden, zur Errichtung einer eigenenGenossenschaftsbank, die in der Form der Aktiengesellschaft ohne Schwierig«keit unter dem Beifalle und der lebhaftesten Beteiligung der heffifchenGenossenschaften im Jahre 1883 mit einem Aktienkapital von 220000 Mk.zustande kam.

Im Jahre 1890, nachdem durch die Errichtung der Centralgenoffen-schaft die geschäftlichen Aufgaben dem Konsumvereinsvcrband abgenommenworden waren, und nachdem aus dem Kreditgenussenschaftsverbande dieKassen der benachbarten Gebiete zwecks Errichtung eigener Verbände aus-geschieden waren, vereinigten sich beide Verbände untereinander und zu-gleich mit dem neu entstandenen Verband der hessischen Molkereien zudem „Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften".

An der Spitze dieses Verbandes, der ein großes Bureau unterhältund außer den gesetzlich vorgeschriebenen Verwaltungsrevisionen genauekaufmännische Bücherrcvisionen für die angeschlossenen Genossenschaftenvornimmt, steht von Anfang an bis heute der Kreisrat Haas in Offen-buch a. M. Die Ausbildung der Einrichtungen für den Kredit, dieBuchführung u. f. w., für die ^Hessen in ganz Deutschland vorbildlichgeworden ist, verdanken die Hefsischen Genossenschaften vor allem demGeschäftsführer und Oberrevifor des Hefsischen Verbandes K. Ihrig-Offenbach. Der Verband zahlte im April 1896 zu Mitgliedern 468 Ge-noffenfchaften, nämlich 2 Centralanstalten, 321 Spar- und Darlehnstassen,108 landwirtschaftliche Konsumvereine, 24 Molkereien, 4 Obstverwertungs-genossenschasten, 1 Sauerkrautfabrik, 1 Zuckerfabrik, 1 Kornvertaufs-genoffcnfchaft, 1 Ziegenzuchtverein, 2 Abfuhranstalten, 1 Genossenschaftzum An- und Verkauf von Immobilien, 1 Mafchinengenoffenfchaft und1 Verband von Dampfdrefchereien. Die Darlehnstassen haben nach derStatistik eine durchschnittliche Mitgliederzahl von 103; demnach sindallein an ihnen 33 063 Mitglieder beteiligt, also mit ihren Familienund den Landarbeitern, die oft, ohne Mitglied zu fein, in den Kastenihre Spareinlagen machen, ein erheblicher Bruchteil der Bevölkerung deswenig über 1 Million Einwohner zahlenden Landes. Die rührigeVerbandsleitung hofft, binnen kurzem die Bewegung so weit zu fördern,daß jeder Ort des Landes seine Darlehnskaffe hat. Die Mitgliedergehören zu 2/4 bis ^/« dem Stand der Landwirte an, keineswegs alle.