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1 (1896) Süddeutschland
Entstehung
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396 Dr. K. Thieß.

Die Kassen nennen sich absichtlich nicht „landwirtschaftliche", vielmehr„ländliche" Darlehnskassen und nehmen alle Einwohner des Dorfes, alsoauch die Gewerbetreibenden, die Kaufleute und die Arbeiter gern auf.Die letzteren sind sogar ein sehr geschätztes Element in den Kassen, weilsie regelmäßig ihre Ersparnisse einzulegen Pflegen und dadurch derDarlehnstasse ein bestimmtes Betriebskapital aus dem eigenen Bezirksichern.

Eine Statistik der hessischen Darlehnskassen für 1892 ist dem„Bericht über die Verhandlungen des 32. Verbandstages der hessischenlandwirtschaftlichen Genossenschaften", Darmstadt 1894, beigcgeben. Einekürzere Statistik für 1893 findet sich im „Jahrbuch des AllgemeinenVerbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften für 1895".Da die Ergebnisse neuerer Erhebungen bisher nicht vorliegen, kann eineÜbersicht über die Genossenschaften nur nach diefen Quellen gegeben werden.Dabei ist zu beachten, daß die Darlehnskassen inzwischen sich weiterausgebreitet, und daß die bestehenden sich konsolidiert und ihre Geschäfts-thätigkeit ausgedehnt haben.

Von 235 bis 1893 entstandenen hessischen Darlehnskassen stammen11 aus der Zeit vor 1870, 30 aus dem Jahrfünft 1871/75, 21 ausden Jahren 1876/80, 44 aus der Zeit 1881/85, 14 aus den Jahren1886/89, 43 aus dem Jahre 1890 (nach Erlaß des Genoffenfchafts-gesetzes vom 1. Mai 1889), 72 aus den 3 folgenden Jahren.

Die Mitgliederzahl schwankte zwischen 10 und 720 Genossen. Siebetrug

von 10 bis 30 Mitglieder bei 12 Genossenschaften

- 31-50 - - 35. 51 - 100 - - 107

- 101 - 200 - «60

- 201 . 500 - - 20über 500 ^ - 1

Die Mitgliederzahl der hessischen Darlehnskassen entspricht im all-gemeinen dem Reichsdurchschnitt für die ländlichen Spar- und Darlehns-kassen, der 110 Mitglieder angiebt. Die Mitgliederzahl der meistenDarlehnskassen ist groß genug, um einen eigenen Betrieb mit Vorteilund Sicherheit zu betreiben, wenn, wie es hier der Fall ist, die ausder Gemeinde herausfallenden Geschäfte, die Anlage der überflüfsigen wiedie Beschaffung der fehlenden Gelder von der Centralkafse des Landesbesorgt werden. Dabei ist die Mitgliederzahl doch wieder nicht so groß,daß die allgemeine Beteiligung der Mitglieder an der Geschäftsführung,