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1 (1896) Süddeutschland
Entstehung
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Der landwirtschaftliche Personaltredit in Elsaß-Lothringen. 361

die meisten Darlehen aufgenommen, um andere Schuldverpflichtungen zutilgen. Selbstverständlich dienen aber auch eine große Anzahl von Darlehender landwirtschaftlichen Produktion, der Anlage von Meliorationen, demAnkauf von Vieh, Zahlung von Hypothekenzinsen, Bau Von Häufein,Stallen und Scheunen u. dergl.

Das lllndwirtfchaftliche Versicherungswesen ist in Elsaß-Lothringen gering entwickelt. Gegen Feuerschaden Pflegen meist nurdie Gebäude versichert zu sein. Es bleibt daher auf diesem Gebietenoch manches zu thun übrig, und namentlich wird die Neigung derLandbevölkerung zu bekämpfen sein, wegen der hohen Prämien der Ver-sicherungsgesellschaften zu Ortsfeuerversicherungsvercinen zusammenzutreten,welche zwar geringe Prämien erheben, jede Rückversicherung aber unterlassenund infolgedessen bei einem irgendwie größeren Brande völlig versagen.Die Versicherung der Mobilien, des Viehs, der geeinteren Feldsrüchte findetjedenfalls nicht in dem Maße statt, wie dies der Fall sein sollte.

Auch die Viehversicherung hat nur einen geringen Umfang. DieVersicherung bei Versicherungsgefellfchaftcn ist, abgesehen von der bisweilenvorkommenden Pferdeversicherung, fast unbekannt. Dagegen hat das Vieh-versich crungswefen in der Gestalt von genossenschaftlichen Orts- oder Kreis»versicherungsvereinen einen gewissen Aufschwung genommen, der aber durchdas Bestreben, möglichst geringe Prämien zu zahlen, durch verhältnismäßighohe Vcrwllltungskosten und durch das Futternotjo.hr 1893 wesentlich ge-hemmt worden ist. Nach dem Stande von Ende 1894 waren vorhanden:119 Orttzvereine mit einem Versichcrungsbcstande von 22 463 Stück Rindvieh6 Kieisvercine - ° - - 8 990 - -

1 Kreisrückversichcrungsverbllnd.

Die Wirksamkeit dieser Vereine erstreckte sich über 420 Gemeinden. Inden Ortsvereinen waren etwa 57, in den Kreisvereinen etwa 8°/o desGesamt-Rindviehbcstllndes der Ortschaft oder des Kreises, im ganzen Landeetwa 5°/o des Gcsamtbestandes versichert. Der Gefamtwert des versichertenViehs betrug etwa 7 500 000 Mark. 1894 wurden 827 Fälle mit137 900 Mark entschädigt. Die Gesamteinnahmen betrugen einschließlich be-trächtlicher Staatszuschüsfe 192 000 Mark, die Gesamtausgaben 180 000 Mark.Eine Erleichterung für diese Vereine besteht noch darin, daß die in ihrenAngelegenheiten aufgenommenen Schriftstücke seit 1889 von Stempel- undEnregistrementskosten befreit sind.

Außerdem sind im Landesetat 32 000 Mark zur Gewährung von Ent-fchädigungen für Vichvcrluste infolge von Rotz, Lungcnfeuche und von Milz-brand oder Raufchbrand und zur Bestreitung der Kosten der Bekämpfung