Erhebung über den Personaliredit des ländl. Kleingrundbesitzes in Baden. 297
4. Über die landwirtschaftliche Produltion in Bezug auf Kornerbauund Weidewirtschaft; auf Handelsgewächsbau und Viehhaltung.
Zusammenhängend mit der Verschiedenartigkeit der klimatischen undBodenverhältnisse des Landes wechselt selbstredend auch die landwirtschaft-liche Pflanzenproduktion.
Während auf der fränkischen Hochebene, auf Teilen des Odenwaldesund im südlichen wie nördlichen Hügelland der Körn erb au vorherrscht,so tritt auf den Hohen des Schwarzwaldes die Wald- und Weide-wirtschaft, im Rheinthal dagegen und auf den fruchtbaren Vor-ländereien des das Rheinthal begrenzenden Gcbirgszuges, wie auch teil-weise am Bodensce, der Handelsgewächsbau (Wein, Tabak, Hanf,Hopsen, Zuckerrüben, Cichorie) in den Vordergrund.
Das Verhältnis zwischen diesen verschiedenen Kulturen ist aus nach-stehender Tabelle ersichtlich:
Allgemeine Übersicht der Anbaufläche:
Im Durch-schnitt derFläche
Flächen bebaut mit:
Körner
nndHülsen-flüchten
Kai-toffeln
Wiesen-undAcker-futter
Futter-
Hllck-
früchten.
Handels-
gewächsen,
Hopfen,
Tabak :c.
Kraut
Wein
stän-digenWeiden
18911892
da310510
309 630
da
86 880
88 030
da
308 620
304 620
da
76 700
81840
da
18 830
17 200
da
2560
2560
da
20 270
19 900
da
39 073
39 073
Durchschnitt1865/92
317 960
84 850
297 770
76 320
24 820
2510
21490
39073
Die Viehhaltung ist über das ganze Großhcrzogtum verbreitetund bildet, meist sehr intensiv betrieben, überall eine schätzbare Quelleder Betriebseinnahmen. Obenan steht dabei die Rind Viehhaltung.Dieselbe bezweckt, mit wenigen Ausnahmen, vornehmlich die Aufzuchtneben Milchproduttion und ausgebreitctster Gespannnutzung.Die Mästung von Rindern und Ochsen wird wohl vereinzelt betrieben,tritt aber vor den vorgenannten Nutzungsarten zurück-
Ausschließliche Molker ei bet riebe finden sich nicht viele vor.In der Nahe bevölkerter Städte und Industrieplätze wird das Milch-