der Sonnen-Uhren.
69
flehen muß) inrwirffet/ und durch einen hellen Punct die behörigeStundlini berühret.Woraus dann ferner ein jeder so der Sache will nachdencken/ und deroselben Grundeinmal verstehet/ leichtlich finden wird/ welcher gestalten an eine Wand oder Flache/welche recht gegen Mitternacht stehet/ da man sonsten in denen gemeinen Sonnen Ul>ren keine andere als die Morgenstunden vor 6. und die Abendstunden nach 6. Uhr / undzwar nur im Sommer haben tan / eine Sonnen Uhr könnte verzeichnet werden / die dengantzen Tag über von 6. Uhr des Morgens/ biß um 6. Uhr des Abends alle StundenSommer und Winter zeigete/ nit änderst / als sonsten eine gegen Mittag gewendeteVcrcic.2i.Uhr; welches ich dann/ als ein bisher/ sovielmirbewust/ unerhörtes Stück-lein in der Sonnen- Uhrkunst des günstigen Lesers eigenem Nachsinnen überlassen / undihnunterdessenbloßaufdasgewiesen habenwill/ was oben Num. 3. von einer sonder«bahren ttori-ontai-uhr ist gesagt worden.
5. Nit nur aber die gemeinen Stunden können durch solche Widcrstrahlung dererSpiegel gezeiget werden/ und zwar auchin andern Abweichenden/ für oder hinder sichHangenden Uhren :c. aufeine gantz gleiche Weise; sondern auch die Babylonische / Iüdi«dische/ Italiänische/ wie auch der Sonnen Eingang in die Xil. himmlische Zeichen/Tag und Nacht Länge und alle andere Dinge / welche in obigem andern Theil in jede Artderer Sonnenuhren einzutragen gelehret worden/ und hier nichts besonders haben/daß nit ein jeder/ der jene Einschreibung verstehet/ hier leichtlich beobachten könnte.
<z. Gleiche Beschaffenheit hat es mit denen Orients-und 0c<,läcnc2! Uhren/und hat deroselben Aufriß/ samt allen andern ersterwähnten Eintragen nichts abson-derliches; allein die Stellung ist i. hier etwas zu andern / also zwar/ daß die gleichlauf-fende Stundcnlinien wie sonsten der Weltachse pai-aNei, jedoch so fern verkehret ste-hen/ daß zum Beyspiel in derOrienral-Uhrdie^e/ ste/ 6te Morgenstunden/ in derOcciclcntal. Uhr aber/ die 6te/ ?de und 8te Abendstunden/ welche sonsten zu oberststehen/ hier zu unterst kommen/ und dergestalt die gantze Uhr umgekehrt stehe; Fürs^.über der 6ten Stundlini / an dem Ort / wo sonsten des aufrechten Zeigers Spitze stünde/oder am bequemsten an solcher Spitze des gewöhnlichen Zeigers / zwey Spiegel stückleinvest gemacht werden/ so daß sie beyde der Weltachse gleich lauffen / eines aber über sich/das andere unter sich gerichtet sey: dann das jenige / das unter sich sihet / wird die Strah-len der Sonnen früh Morgens auf die 7de und 8te zu ruck werffcn; das über sich gewen-dete aber/ solche Widerstrahlung aufdie übrige Stunden des Tages nach und nach hin-lencken.
7. Ebener maßen wäre mit denen polar Uhren zu verfahren / und müssten an desaufrechten Zeigers Spitze gerad über der 12 ten Stundlini / auch zwey Spiegelstückleinangeküttet werden / also daß das eine gerad gegen Morgen/ das andere gerad gegenAbend gerichtet wäre: Mit denen ^mnuNiHl. Uhren aber hat es die Gelegenheit/daß die Spiegel nit so bequem angeordnet werden können/ daß die Wlderstrahlung aufdieUhrfiäche richtig träffe; es wäre dann/daß an statt des aufrechten Zeigers und sol-ches daran vestgemachten Spiegelstückes / ein dünner Cylindrischer Spiegel in demMittelpunct auffgerichtet würde/ welches jedennoch auch feine Schwärigkeit habendörffte / die wir dem Scharffsinnigcn Leser selbsten zu bcdcnckcn überlassen.
8. Zum Beschluß muß ich noch gedencken eines gar leichten und allgemeinen We-ges/ dergleichen Widerstrahlende Sonnenuhren zu zeichnen/ welchenp. Kirchcrhatfürgeschrieben/ und dessen sich ein jeder/ der auch sonsten von Sonnen Uhren wenig ver-stehet / leichtlich bedienen kan: Man machet unter einem Fenster / dahin die Sonne be-quemlich scheinen kan / ein klein Spiegel stücklein vest / welches des Zeigers Spitze bedeu-tet/ und gibt einmal bey schönem Wettcr alle Stunden des Tages (vermittelst einer an-dern guten Sonnen Uhr) acht/ wohin der liechte Punct inwendig ander Wand/ oderoben an der Dill hinfällt/ bemerckt solche Puncten alle einen nach dem andern/ undschreibet zu jedem die gehörige Stunden Zahl: über drey oder vier Wochen ohngefehr/thut man eben dieses wieder / und findet abermaldie Puncten auf alle Stunden des Ta-ges; Hernachziehet manjedezweyPuncten/ so mit einer Zahlbemercket sind/ durch ei-ne gerade Lini zusammen/ so werden eben diese die verlangte Stunden Linien seyn/ wel-che Hernachmals jederzeit der Widerstrahlende Sonnenschein zugehöriger Zelt beschei-nen wird. Sollte aber/ wie gemeiniglich geschiehet/ die Decke des Gemachs oben niteben/ sondernvon Balcken und Ouerhöltzern unterbrochen seyn/ so kan man von einemPunct zum andern ein Schnürlein ziehen/ und entweder nach dem Augenmaas biege-
I z rade