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Neu-vermehrte Welperische Gnomonica, oder Gründlicher Unterricht und Beschreibung, wie man alle regulare Sonnen-Uhren auf ebenen Orten leichtlich aufreissen ... und ... kunstmässig verfertigen soll
Entstehung
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Bey der zweyten Läinon dieses Wercks/

an den

Munstlicbenden Weser.O unmöglich es scheinet / daß ein Ding zugleich

bekannt uno unbekannt seyn solle / so ein warhafftes und ge-wisses Beyspiel dessen haben wir an dem verwunderlichenund unbegreifflichen Wesen der Zeit. Wir werden in derZeit gebohren: Wir wachsen mit der Zeit auf: Wir werdenaltnm dermal: Mit der Zeit sterben wir wieder; und dieses alles/ waswiran uns sehen/ bemercken wir gleichfalls an allen andern um und nebenuns befindlichen Geschöpffen GOttes: Unser Verstand erkühnet sich soaar alle vorige und vergangene Zeiten zu durchsuchen und in derselben zuseyn / worinnen er doch niemahln gewesen: ja so gar aufdie künfftige Zeitenerstrecket sich desselben Kühnheit/ in deme er demselben Begebenheit ihme/als bereit gegenwärtig / vorstellet / da sie selbsten noch nicht vorhanden sind.Wer wolte dann sagen / daß die Zeit dem Menschen nicht bekannt / nicht et-was alltägliches / nicht ein gemeines und auf allen Seiten durchsuchtesDing sey? so warhafftigals

nachdencklich gesagt: Wann Wir Nicht Mchdenckm / so Wissen

wir/ wasdieZeitsey; wann wir aber nachdencken/ so wissen

Wirs Nicht. Das ist/ wie es der berühmte rlliar^ >^lFeliu8 in seinembürgerlichen Zeitspiegel gleich am Anfang erkläret / wann Wir Nur

oben hin an die Zeit gedencken / so meynen wir / ihre Natur undWesen wäre uns gar wohl bewust/gebrauchen uns auch dersel-ben/ als eines von Jugend aufbekandten Dinges: Wann wiraberderSacheetwasgenauernachdenckenwollen/soverschwin-detsie uns so wolaus den Gedancken/ als unter den Händen/daß wir nicht wissen / was sie sey / und worinnen ihr Weseneigentlich bestehe.

Dieses aber lst darben das allerverwunderlichst/ daß wir das Wesen derZeit nicht kennen sollen/ und wissen doch dieselbe/ nach unserm eigenen Gefal-len/ so nutzlich/ so künstlich / in grosse und kleine / wenig und viele Theil einzu-theilen/jeden besonders so genau zu messen und gegen der Grösse eines jedenandern zu vergleichen/daß nichts subtilere von Menschen Gedancken schei-nerjemals ausgesonnen zu styl». Unglaublich ist es fast/was die gelehrtenFranzosen in chrem ^urnai auf den ;8.Iunii des vergangenen 166-7stenJahrs von einer vortrefflichen Erfindung eines finreichen kiccarti in Franck-reich gedencken/Krafft welcher derselbe/ vermittelst eines Mcwlcopii oder

)o( 2 Grös-