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1 (2005) Ms. B 1 bis B 100
Entstehung
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Einleitung

allerdings nicht ganz überraschend, ist die Machart dieses Einbands, dessenSchließen und Betitelung auf den Rückdeckel ausgerichtet sind. Eine andereMinderheit im Bestand bilden Renaissance-Einbände (hier Ms. B 1; Ms. B31; Ms. B 34; Ms. B 43; Ms. B 66). Dominant dagegen sind wie gesagt diespätmittelalterlichen Einbände. Unter den bestimmbaren Werkstätten ragtzahlenmäßig jene des Kreuzherrenkonvents Düsseldorf heraus (im vor-liegenden Katalogband mindestens 27 Einbände), danach folgen jene desKreuzherrenkonvents Marienfrede (mindestens acht Arbeiten) und derAltenberger Zisterzienserabtei (drei Einbände). Auch Ms. B 93 muß inDüsseldorf gebunden worden sein, kann jedenfalls nicht mit Warendorf (soSchunke) in Verbindung gebracht werden. Ms. B 30b trägt einen Einbandaus der Werkstatt der Brüder vom gemeinsamen Leben in Münster. DerEinband von Ms. B 94a ist der einstweilen nicht näher lokalisierbarenniederrheinischen WerkstattCalcar II" (nach Schunke) zuzuweisen; jenervon Ms. B 13 könnte in Deventer entstanden sein. Dieser knappe Überblickdarf hier als ausreichend betrachtet werden, dank der ausführlichenwissenschaftlichen Erschließung der den Düsseldorfer Bestand betreffendenEinbandwerkstätten durch Sylvie Karpp-Jacottet und Gerhard Karpp. 16

Texte (Besonderheiten)

Neben zahlreichen häufig überlieferten Texten aus Patristik und Mittelalterfinden sich im Bestand der Düsseldorfer B-Gruppe wiederholt seltene odersingulare Textzeugen, wie einige Beispiele verdeutlichen können. An ersterStelle sind - wiederum auf den vorliegenden Katalogband bezogen - einigeder ältesten Handschriften zu nennen. Ms. B 3 aus dem frühen 9. Jahr-hundert, schon wegen des Schriftstils (Corbie ab-Typ) und einiger EssenerVerwendungsspuren außerordentlich interessant, enthält frühe Über-lieferungen der Genesiskommentare des Claudius Taurinensis und Alkuinssowie des 'Neuen Hymnars', außerdem vielleicht den frühesten Textzeugenvon Gregors des Großen Hoheliedkommentar; eine rührende Fußnote dermonastischen Alltagshistorie ist ein am Schluß notierter Bittbrief einerKanonisse. Für die Geschichte Essens nicht weniger aufschlußreich sind der

16 Vgl. für Altenberg Karpp-Jacottet/Karpp, Altenberg; für Marienfrede Karpp-Jacottet,Marienfrede (s. jeweils Abgekürzte Literatur); für Werden (betrifft in der B-Gruppe nurMs. B 191) S. Karpp-Jacottet, Nachlese zu Werdener Einbänden S-SI und II, in: Ein-bandforschung, Informationsblatt des Arbeitskreises für die Erfassung und ErschließungHistorischer Bucheinbände (AEB), Heft 12 (2003), S. 76-78. Ein entsprechender Beitragüber die Werkstatt des Kreuzherrenkonvents Düsseldorf, in der ein beträchtlicher Teilder Handschriften der B-Gruppe gebunden wurde, befindet sich in Vorbereitung. Allegenannten Beiträge enthalten Abbildungen des nachweisbaren Stempelrepertoires derjeweiligen Werkstatt.

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