Druckschrift 
1 (2005) Ms. B 1 bis B 100
Entstehung
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Einleitung

den Dienst der Anfertigung von Abschriften. Insbesondere in den Jahrennach 1500, als die Vorherrschaft des gedruckten Buchs längst erreicht war,schrieb er noch immer vieles ab, gemeinsam mit einigen Mitbrüdern -besonders zu nennen ist Henricus de Gerresheim. Manchmal kam es dabeisozusagen zu einer Retrokonversion, wenn frühe Drucke die Vorlage fürHandschriften abgaben. In einigen Fällen läßt sich dies nur vermuten,nachweisbar ist es für Ms. B 77, eine von Henricus de Werdenborch seinerErinnerung nach 1508 angefertigte getreue Abschrift eines Gerson-Drucksvon 1502. Jüngere Angehörige des Düsseldorfer Kreuzherrenkonvents undKarrieristen dort waren Henricus Millingen und Jordanus de Traiecto(Utrecht). Was den Kreuzherrenkonvent Marienfrede anbelangt, so istLambertus de Xanctis besonders zu erwähnen, von dem angenommen wer-den kann, daß er nicht allein Schreiber, sondern auch Illuminator vonHandschriften war; hier und da trifft man ihn zudem als Korrektor an.Interessant ist auch Amoldus de Vorschelen, der seinen Lebensabendmöglicherweise in Marienfrede verbrachte und dessen frühere Tätig-keitsstationen recht gut verfolgt werden können.

Hervorzuheben sind schließlich drei frühe Schreibernennungen imBestand, ein wohl Altenberger Mönch des 12. Jahrhunderts namensByrchardys (Burchardus) (Ms. B 17) sowie Albertus, Pfarrer inGoedinghen" (Ms. B 84) und Matthias dictus papa de Aquis (Ms. B 24),beide im 14. Jahrhundert tätig. Schreibende Frauen begegnen inHandschriften der Zisterzen St. Jöris/Georgenbusch {Elisabeth de Strabach)und Kentrop {Anna Kyttelers, Katharina Konnygs, Katharina deWesthoven).

Äußeres (allgemein; Buchschmuck)

Alles in allem lassen sich die Handschriften der Düsseldorfer B-Gruppe alsdurchaus repräsentative, ambitioniert ausgestaltete Gebrauchsbände cha-rakterisieren. Viele der spätmittelalterlichen Exemplare sind noch heute ingutem Zustand, nicht zuletzt dank ihrer qualitativ guten Papiersorten undihrer robusten, von Meisterhand gearbeiteten Einbände. Konzeptartigwirkende, flüchtig beschriftete, eher behelfsmäßig gebundene Exemplarefinden sich kaum. Dies liegt unter anderem an der Tatsache, daß gerade dieKreuzherren, deren Handschriften einen Großteil des Bestands ausmachen,der guten Lesbarkeit und äußeren Qualität ihrer Textabschriften Bedeutungzumaßen: Meist in gepflegter Hybrida beschriftet, fehlt es ihnen kaum

wiegend niederrheinischen Provenienzen der Düsseldorfer Handschriften in der Regelan der Nomenklatur von G. I. Lieftinck, vgl. Manuscrits dates conserves dans les Pays-Bas, Bd. 1, Textbd., Amsterdam 1964, S. XIII-XVII.

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