Druckschrift 
1 (2005) Ms. B 1 bis B 100
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung

Niederrhein zuordnen. In den oben unter den Provenienzen genannten Klö-stern sind die meisten dieser Handschriften auch entstanden. Zahlenmäßigragt der Kreuzherrenkonvent Düsseldorf heraus, dem allein im vorliegendenBand sicher 22 Handschriften zuzuweisen sind; der Bruderkonvent in Mari-enfrede kommt hier auf sieben Handschriften. Bei nicht wenigen weiterenBänden oder Teilen von solchen sind diese beiden Entstehungsorte alswahrscheinlich zu erachten. Hier beschriebene 15 Handschriften der Prove-nienz Altenberg könnten dortselbst auch entstanden sein; sichereAnhaltspunkte dafür fehlen allerdings. Aus dem Rahmen fallen würden Ms.B 3, Ms. B 79 und Ms. B 81, sollten sie tatsächlich, wie jeweils mit gutenGründen vermutet wurde, nicht in rheinischen Klöstern, sondern im NordenFrankreichs angefertigt worden sein.

Die Handschriften der B-Gruppe stammen erwartungsgemäß größtenteilsaus dem 15. Jahrhundert, überwiegend aus dessen zweiter Hälfte. In vor-liegendem Katalogband betrifft dies mit etwas mehr als 60 von 100beschriebenen Handschriften (gänzlich oder teilweise) beinahe zwei Drittel.Knapp ein Dutzend Exemplare gehören in das erste Viertel des 16. Jahr-hunderts, also in noch spätere Zeit; Ms. B 1 mit einem 1548 datiertenNachtrag und Ms. B 66 als zeitlicher Ausreißer (gegen 1564) wurdengleichfalls noch aufgenommen. Die restlichen hier beschriebenen Hand-schriften verteilen sich zum größeren Teil auf das 14. Jahrhundert (siebenBände gänzlich) und das 12. Jahrhundert (acht gänzlich); zwei Bände (Ms.B 31; Ms. B 67) sind aus dem 13. Jh. überliefert, keiner aus dem 11.Jahrhundert. Immerhin zwei Handschriften (Ms. B 8; Ms. B 80) sind dem10. Jahrhundert und vier Handschriften dem 9. Jahrhundert (Ms. B 3; Ms. B4; Ms. B 79; Ms. B 81) zuzurechnen. Nicht berücksichtigt ist in dieserAufzählung die zeitlich und inhaltlich disparate Makulatur, die sich invielen Bänden findet und im Katalogteil stets miterfaßt ist.

Schreiber

Wie es das Provenienzgefüge der Düsseldorfer Handschriften erwarten läßt,können die meisten Schreiberpersönlichkeiten in Bänden der Kreuz-herrenkonvente Düsseldorf und Marienfrede dingfest gemacht werden.Herauszuheben ist der augenscheinlich fleißigste Düsseldorfer Kreuzherr,Henricus de Werdenborch (auch de Broichusen), dessen Hand sich in etwa20 Bänden nachweisen läßt. 1427 geboren und hochbetagt 1513 gestorben,stellte er seine um die Mitte des 15. Jahrhunderts erlernte, bis zuletztbeibehaltene und daher schließlich recht altertümlich wirkende Hybrida 15 in

15 Auch unter der BezeichnungBastarda" geläufig. Im vorliegenden Katalog orientierensich jedoch die Benennungen spätmittelalterlicher Schriftarten mit Blick auf die über-

17