Einleitung
stammt. Die Stiftung erfolgte auf Initiative Herzog Gerhards II. (1437—1475), mit dessen Haus der Konvent eng verbunden blieb. 1803 erfolgte dieAufhebung des Klosters. Der Kreuzherrenkonvent Marienfrede imGerichtsbezirk Ringenberg geht auf eine Besitzstiftung des Johannes vonCapellen aus dem Jahr 1439 zurück, deren Nutznießer zunächst dieAugustinerchorherren von Schoonhoven, ab 1444 dann die Kreuzbrüder vonOsterberg waren. Letztere richteten kurz danach Marienfrede als Tochter-gründung ein. 1806 wurde der Konvent aufgehoben. In der Regel sind dieBände aus Marienfrede gekennzeichnet durch ein mit einem Stempeleisen inden Ober- oder Unterschnitt eingebranntes Kreuz, das auf den Ordo sanctaecrucis verweist. Einige der Marienfreder Handschriften oder Teile aussolchen gehörten zuvor einem nicht eindeutig identifizierbaren JohannesAmelonck (vgl. im vorliegenden Katalogband Ms. B 7; Ms. B 61; Ms. B 74).Gelegentlich sind weitere Vorbesitzer nachmalig Düsseldorfer oder Marien-freder Kreuzherrenhandschriften bekannt geworden (vgl. hier Ms. B 24; Ms.B 74; Ms. B 100); eine besonders interessante Provenienzabfolge läßt sichbei Ms. B 98 feststellen, die vor ihrem Eintreffen in Marienfrede schoneinige Stationen hinter sich hatte. Aus einem dritten Kreuzherrenkonvent,jenem von Steinhaus bzw. Beyenburg, stammt im vorliegenden KatalogbandMs. B 32, eine von drei Handschriften dieser Provenienz. Beim gräflichenGut Steinhaus war den Kreuzherren 1298 eine Kapelle übertragen worden,und die 1303 erfolgte Stiftung des nahe an der Wupper gelegenen BergesBeyenburg bedingte die Umsiedlung der Kreuzherren aus Steinhaus dorthinwohl noch im 14. Jahrhundert. 1803 wurde der Konvent aufgelöst, 1806gelangte sein Buchbestand nach Düsseldorf.
Zahlreiche Düsseldorfer Handschriften befanden sich früher in Biblio-theken von Zisterzienserklöstern. Den bedeutendsten Anteil beanspruchenhier die Bände aus der Zisterzienserabtei Altenberg, die zugleich zu denältesten in Düsseldorf verwahrten Handschriften zählen. Allein im vor-liegenen Katalogband sind knapp zwei Dutzend davon erfaßt. 1133 wurde,ausgehend von Morimond über Kamp am Niederrhein, die AltenbergerNiederlassung gegründet. Obgleich ein eigenes Skriptorium dort vermutlichvon Anfang an bestand, fehlen für die meisten der Handschriften ausehemals Altenberger Besitz sichere Hinweise darauf, daß sie in der Abteiselbst entstanden. Man darf dies jedoch in vielen Fällen durchaus alswahrscheinlich betrachten. 1803 wurde die Abtei aufgehoben, und Endedesselben Jahres überführte man ihren Buchbesitz nach Düsseldorf, wovonmehrere Inventarlisten Zeugnis ablegen. Zahlenmäßig an zweiter Stelle zunennen ist das Zisterzienserinnenkloster Kentrop, im vorliegenden Katalog-band vertreten mit fünf Handschriften. Kentrop geht auf eine vom GrafenEngelbert I. von der Mark (| 1277) 1270/71 getätigte Ländereistiftung inHamm und nahe der Burg Mark zurück. 1277 wurde die dort angesiedelte
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