Einleitung
vieles dabei, was nicht auf diese Weise einzugliedern war. Einige größereBinnengruppen fallen auf, etwa die besonders hohe Anzahl von Bernhard-Handschriften oder die Bände mit Schriften Gregors des Großen. Zum ganzüberwiegenden Teil enthalten die Handschriften der B-Gruppe lateinischeTexte, nur in wenigen Fällen finden sich mittelniederdeutsche bzw.mittelniederländische oder gar althochdeutsche Schriften (s.u.). Bis zurFertigstellung des aktuellen Katalogisierungsprojekts gibt der Handschrift-encensus Rheinland einen Gesamtüberblick über die genaue Zusammen-setzung des mittelalterlichen Teils der B-Gruppe.
Provenienzen
Das Provenienzgefüge der mittelalterlichen Handschriften der ULBDüsseldorf, das sich an der B-Gruppe am deutlichsten ablesen läßt, ist ananderer Stelle bereits zur Genüge beschrieben worden. 14 Daher kann hier einkurzer Überblick genügen, mit besonderem Augenmerk auf die Prove-nienzen der in diesem Band beschriebenen Handschriften. Die meisten dernachfolgend genannten Herkunftsorte betreffen jedoch auch die Hand-schriften der übrigen Katalogteilbände.
Grundsätzlich ist festzustellen, daß der Düsseldorfer Altbestand sich denFolgen der Säkularisation seit 1803 verdankt, die mittelalterlichen Hand-schriften mithin bis auf wenige Ausnahmen aus ehemaligem Kirchen- bzw.Klosterbesitz stammen. Es handelt sich fast durchweg um solche geistlichenKorporationen, die am Niederrhein oder in Westfalen ansässig waren.Quantitativ beherrschen den Bestand jene Handschriften, die aus dem Besitzder Kreuzherrenkonvente Düsseldorf und Marienfrede stammen, wo sie inden meisten Fällen auch entstanden waren (s.u.). In die HofbibliothekDüsseldorf gelangten sie 1809 (Marienfrede) respektive Ende 1812 (Düs-seldorf). Der Kreuzherrenkonvent Düsseldorf wurde faktisch wohl 1438gegründet, wenn auch die Gründungsurkunde erst aus dem Jahr 1443
14 Die wichtigsten Provenienzen sind mit Bezug auf die Inkunabeln der DüsseldorferULB, aber ohne weiteres auch auf deren mittelalterliche Handschriften übertragbar,dargestellt in: Inkunabelkatalog Düsseldorf (s. Abgekürzte Literatur) S. 8-52. Zusamen-fassend G. Karpp, Die Sammlung... (1991; vgl. Anm. 6), S. 361-363; über Düsseldorf:Finger, Bibliotheken (s. Abgekürzte Literatur, streckenweise wortgleich zum Inkuna-belkatalog); zuletzt: Bücherschätze (s. Abgekürzte Literatur) S. 33-37 (allgemein), 49-68 (K. Bodarwe: Essen, Werden), 145-162 (H. Finger: Kreuzherrenkonvente Beyen-burg, Düsseldorf, Marienfrede). Zum Kreuzherrenkonvent Düsseldorf jetzt auch U.Brzosa, Die Geschichte der katholischen Kirche in Düsseldorf von den Anfängen biszur Säkularisation, Köln 2001 (Bonner Beiträge zur Kirchengeschichte, 24), S. 241—246. Weitere einschlägige Literatur ist im Katalogteil bei den jeweiligen Handschriftengenannt.
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