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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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in der Kunst und Gewerbe sich unaufhörlich abwechseln:so daß man eben noch die Sprache des Genies zu vernehmenglaubte und diese auch wirklich vernahm, um gleich daneben indas langweilige Wort- und Bildergetümmel einer gekünsteltenEmpfindung hineinzugeraten. Iminer nur wenigen ist es be-schieden gewesen, daß eine jede Saite, die sie anschlugen, auchklang: und wenn man nach jenen Umschau halten wollte, derenInneres so reich war, daß sie bei allem Wechsel der Gefühlenie das rechte Wort verfehlten; denen es gegeben war, nichtbloß über den Naturlaut der Leidenschaft, sondern auch überderen Gewinn, die Lebensweisheit, alles zu vermögen, so wirdman, selbst den Großen weit vorans, Göthe, und immer nurihn, nennen dürfen. Welcher Empfindung auch diese wundervolleNatur je Gehör und Sprache lieh, immer ist dieselbe in Starkeund Schönheit des Tones von berückender Gewalt: ähnlicheshat man in den Grenzen des Liedes nicht wieder, nicht vorihm, nicht nach ihm, erlebt. Von der elementarsten Regungder Sinnlichkeit bis hinauf zur Höhengrenze der Menschheit istihm alles, was er jemals im natürlichen Dränge versuchte, involler Meisterschaft gelungen:

Mich ergreift, ich weiß nicht wie,Himmlisches Behagen.Will mich's etwa gar hinaufZu den Sternen tragen?Doch ich bleibe lieber hier,Kann ich redlich sagen:Beim Gesang und Glase WeinAuf den Tisch zu schlagen

Nie hat sich das sinnliche Behagen am Leben urwüchsiger undzugleich bezaubernder angekündigt als es hier geschieht! Unddem gleich steht es mit der derbsten Liebeslust:

Und wenn ich sie dann fassen darfIm luft'gen, deutschen Tanz,Das geht herum, das geht so scharf,Da fühl' ich mich so ganz--------