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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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Heinrich Heine gehört zu den Erscheinungenin unserer Literatur, über die es unter Umständen nicht ganzgefahrlos ist, öffentlich ein unbefangenes Urteil abzugeben. Erteilt diese Eigentümlichkeit mit einem anderen deutschen Dichter,mit Schiller. Man darf über Lessing, Güthe, über Shakespeare,der ja im schönsten Sinne eigentlich zu uns gehört, und überderen Werke in den herabwürdigendsten Ausdrücken sprechen, dieMenge bleibt davon völlig unberührt: und nur eine kleineMinderheit vielleicht lächelt verächtlich dazu und schweigt.Sobald dagegen jemand es wagt wenn auch in aller Umsichtund Ehrlichkeit an die dichterischen Mängel der beiden erst-genannten die kritische Sonde zu legen, so entrüstet sich sofortdas deutsche Gemüt. Ja, so sehr sind diese beiden der Gesell-schaft ans Herz gewachsen, daß letztere für gewöhnlich nur einUrteil verträgt, das eitel Vollkommenheit an den Auserkorenenentdeckt und mit vollen Lungen die Fanfare ihres Ruhmes bläst.So mancher mag vielleicht meinen, daß inbezug auf den einenvon beiden doch, streng genommen, dem geschilderten Zustandewenig jenes Kampfesgefchrei entspräche, das sich um ihn in demletzten Jahrzehnt erhoben. Indessen! der Widerspruch ist nurscheinbar, denn er ist lediglich äußerlicher Natur. Diejenigen,welche infolge der augenblicklich herrschenden Semitenfressereidem Dichter und Menschen Heine gegenwärtig unter schnödenReden ewige Fehde schwören, waren ehedem seine herzlichsten Be-wunderer: und die Krankheit des Tages braucht nur zu erlöschen,der abscheuliche Rassenhaß wieder einer reineren Stimmung zu