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Aber soll ich beten, danken,Geb' ich meine Liebe kund,Meine seligsten Gedanken —Spiech' ich wie der Mutter Mund,
So Max von Schenkendorf! Und ist es nicht ganzdie gleiche Leidenschaft, welche unsern alten Arndt treibt, Wortezu sprechen, die wie die Donner des Himmels rollen?
Wer Gott, der Eisen wachsen ließ,Der wollte leine Knechte--------
Laßt brausen, was nur brausen kann,In hellen, lichten Flammen!Ihr Deutsche, alle Mann für Mann,Fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan!Und himmelan die Hände!Und rufet alle, Mann für Mann:Die Knechtschaft hat ein Ende!
Welch' ein Unterschied in der Tonart ein und desselbenGefühls! dort nichts als schwärmerische Hingebung und weicheZärtlichkeit — hier, wohl auch beides, aber in flammenden,vernichtenden Zorn gerüstet. So mannigfach, je nach demCharakter des Dichters, wechseln die Laute einer gleichen Leiden-schaft, daß wir die Arten ihres Ausdruckes füglich als tausend-fältig verzeichnen dürfen. Es ist dabei völlig belanglos, ob die-selbe sich unter Donner und Blitz, oder mit dem linden Hauchedes Westes ankündigt: genug! daß sie die Gewalt ihres Tonesauf dem Grund des Herzens gewann: so war sie ganz wahr,und um eben dieser Wahrheit willen wird auch ihr Lied immer-dar ein Höchstes sein.
Häufig genug wird die Wertschätzung eines Liederdichtersdadurch erschwert, daß sich derselbe abseits der eigenen Leiden-schaft auch noch auf Gebieten zu versuchen strebte, die er nurdem Hörensagen nach kennt. In einem solchen Falle erhältman als ein Ganzes jene scheinbar widerspruchsvolle Erscheinung,