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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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Thut er uns doch nichts;Das macht, er ist gericht't,Ein Wortlein lann ihn fällen.

Das Wort, sie sollen lassen stahn!

so ist das ein Ton des Gottvertrauens, wie er nur dem leiden-schaftlichsten Herzen gelingt. Gelecktere Verse ähnlichen Inhaltessind ja seitdem massenhaft in die Welt gegangen, aber nichteiner derselben hat auch nur in weitem Abstände jene dröhnendeMacht des Wortes zu erreichen vermocht, die in Wahrheit keinenAugenblick darüber in Zweifel läßt: stark genug zu sein, selbstdie Feste des Satans zu überwinden. Und wie alle in ihrerbesonderen Zunge predigen wohlverstanden! aber nur solche,die des heiligen Geistes voll sind, so entlockt dasselbe innig-fromme Gefühl dem Munde Uh land's jenen holden Gefang,der sich wie linder Balsam um eine jede wunde nnd schon ver-zagende Seele legt:

Die linden Lüfte sind erwacht,

Sie säuseln und weben Tag und Nacht,

Sie schaffen an allen Enden.

O frischer Duft, o neuer Klang!

Nun armes Herze, fei nicht bang!

Nun muß sich alles, alles wenden.

Welcher Art auch immer die einzelne Leidenschüft sein mag,die sich so im aushauchenden Worte kühlt, nicht Schönheit, nichtHäßlichkeit, keine Vorliebe, keine Schätzung ist imstande, Wertean sich zu erhöhen und zu schmälern: ein jedes Lied ist voll-kommen, sobald es sich der Tiefe entringt.

Muttersprache, Mutterlaut!Wie fo wonnefam, fo traut!Erstes Wort, das mir erschallet,Süßes, erstes Liebeswort,Erster Ton, den ich gelallet,Klingest ewig in mir fort--------

Überall weht Gottes Hauch,Heilig ist wohl mancher Brauch,