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lich, was er soll; Ratschlage in dieser Beziehung sind überflüssig,und weil dies, darum auch einfältig. Man vermöchte allenfallsdie Wege zum Ziele zu beraten, aber der Drang der Naturlehnt sich wesentlich gegen jeden Einfluß auf. Was würdeübrigens aus den Errungenschaften der Menschlichkeit gewordensein, wenn es nicht ab und zu auch solche gegeben hatte, die mitihren Händen selbst bis in die Gestirne griffen? Und heißt dasnicht, in feinem Leben gut gefahren sein — freilich in einemetwas höheren Sinne, als den Horaz je begriff — wenn manMillionen von Menfchen ein unvergängliches Vermächtnis desTrostes hinterläßt, obwohl man dafür am Kreuze büßen mußte?Für den Lateiner war das allerdings der Gipfel der Narrheit!Die Bewunderer dieser Horazischen aursg, insäiooriig,» werdensich also gefallen lassen müssen, daß man sie für ebenfo un-moralisch, wie einfältig und niedrig halten darf.
Sei weife! Wie das? Indem du im Unglücke hoffest undim Glücke fürchtest! Auch das ist wiederum ein Rat, den mansparen kann: denn ein jeder wird es mit der Hoffnung und derFurcht halten, wie es ihm gerade ansteht. Außerdem giebt esein gutes deutsches Sprichwort, eines der wenigen, die alleProben aushalten:
Hoffen und harren
Macht manchen zum Narren —
und genarrt zu werden, kann unmöglich Weisheit bedeuten.Sich im Glücke aus einen Wechsel vorzusehen, möchte schon bessererscheinen; aber es passiert so vieles im Leben, woran jedeVoraussicht, auch mit dem vollen Willen des Vorsichtigen selbst,wofern dieser nicht eine Bestie ist, zu schänden werden muß:man würde also auch hier zum besten gehalten werden. Dieserhalben Narrheit gegenüber scheint mir doch ein anderes Worteine ganze Weisheit zu enthalten, und dieses heißt: bereit sein,ist alles! Das ist Weisheit! aber auch diese wäre keinem anzu-raten; drei Jahrhunderte besteht der Spruch, uud er hat noch