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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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unanfechtbar; nnd der Streit um die Wahrheit hat ein Ende.Man vermag sodann nichts mehr, als das Bekenntnis zu ver-zeichnen und dasselbe darauf in Thaten und Wirkung zubeleuchten. Sobald dies geschieht, wird man finden, daß jenerHorazische Satz zugleich den Inhalt aller nur erdenklichen Erbärm-lichkeit bedeutet, wogegen sein Gegenteil, das Wort Gellert's:sei gut, denn du mußt sterben den Aufstieg zur höherenMenschlichkeit vermittelt. Die verständige wie die seelische Welt eine jede von ihnen hat ihren eigenen Lauf, und es ist ver-geblich, sie in fremde Bahnen lenken zu wollen: sie vermischensich so wenig wie Feuer und Wasser. Beide sind unveränderlich:das soll man wissen; desgleichen aber auch, welche von beidendas reinere Element ist.

Am besten fährst du, Licinius, im Leben*),Wenn du weder zu eifrig die hohe See,Noch, aus Furcht vor Stürmen, das strandigeUfer erstrebest.

Wer stch die goldene Mitte erkürt, bleibt vor demSchmutze verfallener Hütten ebensoSicher bewahrt, wie vor der kränkendenPracht der Paläste.

Heftiger schwankt im Winde die hohe Fichte,Schwerer stürzt der Turm in die Tiefe nieder,Und des Himmels Feuer spaltet am frühesten denGipfel der Berge.

Es hoffet im Unglück, es fürchtet im GlückEin weiser Sinn des Geschickes Wandel:Auch den trutzigsten Winter besiegt das Wehen derFrühlingslüfte.

Was uns heute ängstigt, kann morgen vergehen,Nicht immer spannet Apollo die Sehne! häufigErwecket er auch die schlummernde Saite zuSüßem Gesänge,

*) Il,sot,in3 vivs8, I^ioini, us^us aUumMniieihof, Dichterische Idole.