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drucksweisen des Gefühls, deren man sich dabei bedient, sind dieder Überlieferung, die ein jeder hören, lernen und mit mehroder minder Geschmack auch wieder von neuem verbrauchenkann: doch ist das sodann nicht Kunst, sondern nur Kunst-fertigkeit, und nicht die Seele, sondern einzig der Verstand wardabei thätig. Die Satire ist ohne Zweifel auch iu der Poesieam Platze, aber nur dort, wo die Unnatur der Gesellschaft ver-spottet wird: vornehmlich also in den größeren Formen derPosse oder der satirischen Erzählung. Daß die wirkliche, echteNatur sich selbst ironisch behandeln könnte, ist ein Ding derUnmöglichkeit: denn nur darum, weil es dieser bitter ernst ist.mit ihrer Leidenschaft, und sie dieserhalb sogar leidet, greift siezu dem Mittel der dichterischen Ausgestaltung, um so ihremDränge wenigstens in dem geschaffenen Widerspiele zn genügen.Dem Wesen der Leidenschaft gleich muß aber unter allen Um-ständen das Gegenbild geraten, kann alfo jene nur bejahen, nie-mals jedoch lächelnd verneinen. Wo der umgekehrte Fall ein-tritt, hat eben der Witz seine Rechte geltend gemacht. Was dieLeidenschaft nicht kann, nämlich sich selbst auslachen, das er-laubt sich dagegen mit ihr nur gar zu häusig der — Ver-ständige. Ob nun solche Ironiker des Gefühls die Sache felbstoder vor ihr noch die Person in den Vordergrund des Spottesstellen, ist an sich ganz gleichgültig: denn immer bleibt der Be-weis, daß sie spöttisch außerhalb der Empfindung standen unddamit auch keine Dichter waren.
Wenn es schon der Empfindsamkeit versagt blieb, es je zneiner völlig geklärten, einheitlichen Stimmung zu bringen, umwieviel mehr wird sich dieser noch die Kunst entfremden müssen,die sich in allem, was sie unternimmt, vornehmlich auf Ge-meinplätze beschränkt sieht. Die armselige Klügelei eines trockenenVerstandes muß da mit allerlei Erinnerungen aus der Geschichte,Erdkunde, aus Götter- und Heldensagen zu reicher Leiblichkeitaufgefüttert werden, so daß dem Versmacher in all' den Nöten,die ausreichende Nahrung aufzutreiben, zuletzt ganz evangelifch