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UM ihn herum je nach Bedürfnis, aber es gereicht ihm znmwirklichen Ruhme, daß er — die schmachtenden Lieder aus-genommen — kaum je geheuchelt hat. Gewiß hat er häusiggenug getändelt nnd schön gethan: aber das durchsichtige Spielhätte höchstens noch Esel bethuren dürfen. Er ist infolgedesseneine der durchsichtigsten Persönlichkeiten in unserer Literaturgeworden. Zahllose Feinde sind ihm aus seiner Satire er-standen; und bedingungslos müssen jene Angriffe verurteiltwerden, die er lediglich aus übler Laune gegen Personenrichtete, die ihm Gutes erwiesen, und denen er Dank schuldete:aber im übrigen wird man wohl daran thun, eine vieldeutigeSache von mehr als einer Seite zu betrachten. In: Hinblickauf das literarifche Deutschland hat Göthe einmal den Aus-spruch gethan: unter den Deutschen wären Abneigung undMißgunst doch recht zu Hause — und hat dazu noch bei einen:anderen Anlasse das Verslein notiert:
Über's NiederträchtigeNiemand sich beklage,Denn es ist das Mächtige,Was man dir auch sage.
In eine solche Gesellschaft nun trat der jnnge Heine: reich-begabt, ehrgeizig, witzig nnd als — Jude. Daß ihm sofort eingroßer Erfolg lächelte, der bei den meisten anderen ausblieb, legteden Grund zu der Feindschaft und dem Hafse, den er seinerseitsalsdann so überschwänglich zn erwidern verstanden. Die Gemein-heit des literarischen Lebens kennen, und Heine entschuldigen müssen— ist eins. Denn es würde im höchsten Grade unbillig sein,hier zu vergessen, daß er beinahe nie der Angreiser gewesen.Er hat sich zuletzt fast mit aller Welt herumgebissen, aber nurnachdem er zuerst angefallen worden. In folcher Lage freilichsnchte er mit einem Spürsinn ohnegleichen nur noch nach dengiftigsten Pfeilen in seinem Köcher, um tödlich zu treffen und zuvernichten. Wo er entehrende Dinge nicht geradezu erfand,wird man ihm schwerlich beiznkommen vermögen. Und man