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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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muß bekennen: er selbst zwar ist zuweilen mit schweren Wunden,jedoch nie als Besiegter aus diesen Kämpfen hervorgegangen.So bedingungslos man auch die Richtung verurteilen muß, derer beispielsweise seiner Satire gegen Platen gegeben: die Ehrlich-keit verlangt es andererseits einzugestehen, daß es der vornehm,hoch uud edelgeborene Graf war, der ihn als erster und ihnin seiner Abstammung auf das pöbelhafteste zu beschimpfen ver-suchte. Wer tadelt, hat vor allem die Pflicht gerecht zu sein;und wenn man an dieser Stelle Heine mit Recht die bitterstenDinge nachsagen darf — welche Ausdrücke ließen sich wohl dannnoch finden, die das Verhalten seiner Verleger bei solchen An-lässen gebührend zu brandmarken verstünden? Im tiefstenInnern verletzt hat sich Heine in wenig rühmlicher Weise ge-rächt. Welches waren aber die Gründe, die seine Verleger, dieHerren Campe und Cotta veraulassen konnten, jene Abscheulich-keiten zu drucken — uud ihnen so die weiteste Öffentlichkeit zusichern? Er litt und haßte, während diefe in Erwartung desfürchterlichen Skandals, der daraufhin losbrechen mußte, und inder Aussicht auf ein gutes Gefchäft sich schmunzelnd die Händerieben. Doch nur ja einem jeden das Seine! Und noch einanderes Moment darf hier nicht unberücksichtigt bleiben. Einejede Satire nämlich hebt zweifellos stets von persönlichen Er-fahrungen an. In einem der würdigsten Bücher der Welt,der Göttlichen Komödie Dante's wimmelt es von Er-innerungen dieser Art. Die Sprache des Italieners ist nichtminder rücksichtslos und unverhüllt als die des Deutschen: nurverliert sich iu der Grundstimmung des italienischen Gedichts,das zum Teil die furchtbarste Anklage gegeu die menschliche Ge-sellschaft enthält, alles Persönliche zur gleichgültigsten Nebensache,während gerade umgekehrt das letztere bei Heiue vorherrscht undausschließlich das Wesen seiner Kampfesart bestimmt. So er-scheint jetzt, häusig genug, als unerhörte Frechheit, was sonsteinen großen moralischen Mut bekundet hätte. Würde der deutscheSatiriker seine Pfeile gegen die Albernheiten, Nichtswürdigkeiten