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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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märchen nachlesen, wo der Dichter auf die Hamburger Stadt-göttin, die Hammonia, stößt, und diese ihm nun offenbart, daßDeutschland ein — Nachtstuhl sei, der schon seit Karl dem Großenin Gebrauch und als solcher auch noch allen späteren Geschlechterndienen soll: man muß gerade diese Stellen aufsuchen, umden Heineschen Witz und die unwiderstehliche Grazie seines Wortesin ihrer vollen Glorie anzutreffen. Und wie das Land, sodünken ihn auch dessen Bewohner! Von der akademischen Jugendbemerkt er aus seiner Reise nur, daß diese als eifrigstes Studiumeinzig die edle Kunst betreibe, wie am gründlichsten ihre Pro-fessoren zu verhauen:

Die jungen Helden,Sie wollen beweisen, daß rohe KraftUnd Flegeltum noch nicht erschlafftBeim Enkel von Hermann und Thusnelden.Nie ungewasch'nen germanischen Hände,Die schlugen so gründlich, das nahm kein Ende —

und wenn die teuern Bundesbrüder sich, im Hochgefühl ihresgermanischen Daseins, etwas ganz besonders Liebes erweisenwollen, so läßt er sie unausweichlich aus Leibeskräften überPlätze und Gaffen hin brüllen:

Ich bin kein Römling, ich bin kein Slav',Ein deutscher Esel bin ichGleich meinen Vätern!

und dann zählen sie alle Efelsvorfahren auf, die sie bereits ge-habt und berühmen sich fchon im voraus der vielen kleinenEselein, die unvermeidlich noch nachkommen werden: denn dieDeutschen sind Esel, waren Esel und sollen Esel bleiben —ihr Schicksal ist unabänderlich.

Wie unser Dichter sich mit der Gesellschaft im großen undkleinen herumgeschlagen, läßt häufig genug in seiner Niedrigkeitdie ausschweifendste Phantasie hinter sich. Die Spottgedichteauf den König von Preußen — darunter die berüchtigte Schluß-legende, die Schmähschriften gegen den Grafen Platen, die ge-