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behaupten pflegen: nämlich, daß ein Denkmal dieses Dichterseiner jeden Zeit zur Schande gereichen müsse. Man wandelteben nicht ungestraft ein ganzes Leben lang in den Irrgartendes klassischen Unsinns.
Nie ist eine dornenvolle Aufgabe ungeschickteren Händenanvertraut gewesen! Denn die Herren von Düsseldorf habenHeinrich Heine das Denkmal verweigert, nicht etwa, weil erschlechte Verse gemacht hätte: das wäre kein Grund für acht-bare Stlldtvater gewesen, da ja schon mehr als einmal Menschenvon weit geringerer Bedeutung unter dem Beifall der Mengein Stein ausgehauen wurden — nein! die Herren von Düssel-dorf haben wohlweislich Anstand nehmen müssen, einem Manneöffentlich die höchste Verehrung zu beweisen, der mit seinemSpotte so gut wie nichts in der ganzen Welt verschont hat.
Der — Spötter ist Heinrich Heine's größter Ruhm und zu-gleich sein Unglück, sobald es sich wenigstens um ein Denkmalfür ihn handelt.
Wie erinnerlich, hat Göthe von ihm gesagt, daß er derLiebe im weitesten Sinne völlig ermangele. Und in der Thathat dieser Dichter der Rheinlande kaum etwas je in seinemLeben, ja nicht einmal sich selbst geliebt. Nichts ist ihm heiliggewesen, bis auf die beiden Personen, die ihm das Leben ge-geben, und etwa noch die Schwester: vor diesen ganz allein hater halt gemacht. Er hat sich zur Zielscheibe seines wenigwählerischen Witzes Gott und die Menschen, die Religionen unddie Kirchen, die Gesellschaft im großen wie im kleinen, Deutsch-land und die Deutschen, die Fürsten wie die Unterthanen, dieHohenzollern und die Wittelsbacher, die Bekannten und Ver-wandten, die Wohlthäter und die Widersacher — und auch sichselbst gewählt: und ihm ist endlich das seltene Kunststück ge-glückt, sich alle Welt bis auf die Stumpfsinnigen und die, welcheihn nicht kennen lernen wollen, zn verfeinden. Wenn er beispiels-weise zum Lobe des Herrn in die Saiten greift, fo wird folgen-des Preislied daraus: