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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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Und wenn du mich Neb hast, Kindchen,Schenk' ich dir die Blumen all',Und vor deinen Fenstern soll klingenDas Lied der Nachtigall.

Dieses Liedchen fällt schon in den Übergang zur allerletzten,der zahlreichsten Ordnung:

Naß du mich liebst, das wußt' ich,Ich hatt' es längst entdeckt;Doch als du mir's gestanden,Hat es mich tief erschreckt.

Einer anderen Lesart:

War die meine schon verrecktwürde der Vorzug gebühren; schon darum, weil sie einen guten, durchdie Erfahrung erhärteten Sinn giebt: eine Liebe, die sich langeumsonst quält, stirbt zuletzt wohingegen die Nachricht, daß dieLiebe vor dem Geständnisse der längst gewußten Gegenliebetief erschrecken kann, hier zum erstenmal zwar seitens des großenDichters, alias Sehers, aber sonst noch ganz nnbeglanbigt auftritt.

Ich stieg wohl auf die BergeUnd jubelte und sang;Ich ging ans Meer und weinteBeim Sonnenuntergang

ein Schreck, der sich in der That sehen läßt! und sich dabeiStrapazen zumutet, wie sie sonst als Wirkung eigentlich nicht

üblich sind.

Mein Herz ist wie die Sonne,So flammend anzuseh'n,Und in ein Meer von LiebeVersinkt es groß und schön.

Es unterliegt ja sicherlich keinem Zweifel, daß es Wesenvon äußerlich menschlicher Bildung geben wird, welche auch indiese Reimerei wie in ein Meer von Poesiegroß und schön"versinken: für diejenigen aber, die auch innerlich etwas vomMenfchen abbekommen haben, kann sich in einem solchen Gefaseldoch nichts anderes als ein geckenhaft verblödeter Sinn offenbaren,