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Und die Glieder matt und^riigeSchlepp' ich fort am Wanderstab,Bis mein müdes Haupt ich legeFerne in, ein kühles Grab.
In solchen Gedichten lebt Heine als ein wirklicher Dichterauf. Aber wie viele sind deren? Sie finden sich ganz ver-einzelt. Was übrig bleibt — die große Masse — kann, undzwar nach ihrer besten Auswahl, auch einem jeden anderen beiglücklicher Herrschaft über die Sprache, unter der Gunst desAugenblicks und in jugendfrischer Zeit ebensogut gelingen. Selbstdas blinde Huhn findet zuweilen ein Korn! Jährlich werdenganze Dutzende von Liedern gleichen Wertes erzeugt und gehen— verloren, weil sie nicht die trüge Masse hinter sich haben,die sie trägt. Denn die erdrückende Mehrzahl Heinescher Ge-dichte sind ausschließlich Spiele des Witzes, die sich in wechseln-der Phantasie zur Darstellung bald der Schilderung bald desBerichtes bedienen — ab und zu gelungen, fast immer von höchstanmutigem Äußern, nach Gedanken und Stimmung beweinens-wert leer: der überwiegende Rest bis zum grotesken Aberwitzmißlungen. Zu den ersteren könnte man rechnen Sächelchen wie:
Ich will meine Seele tauchenIn den Kelch der Lilie hinein,Nie Lilie soll klingend hauchenEin Lied von der Liebsten mein.
Das Lied soll schauern und bebenWie der Kuß von ihrem Mund,Den sie mir einst gegebenIn wunderbar schöner Stund'.
Das einzige, ja das beste was sich hierzu sagen ließe, wäre:eine wunderbar klingende Schelle! Dem Sinne nach schon weit
niedriger steht:
Aus meinen Tranen sprießenViel blühende Blumen hervor,Und meine Seufzer werdenEin Nllchtigallenchor.Maueihof, Dichterische Idole, 4