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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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Wer die Herzen und Sinne seiner Zuhörer berücken will, wird

nicht mit Pauken und Trompeten angefahren kommen.

Den Schiffer im kleinen SchiffeErgreift es mit wildem Weh

Das heißt doch die Lage über alle Gebühr verkennen! EinSchiffer im kleinen Schiffe erblickt auf einer Anhöhe des nahenUfers ein bezauberndes Weib, das ihn doch vorerst nur mit demheißesten Verlangen erfüllen kann. Was läge nun naher, alsrechts oder links von den Riffen zu landen, den Berg hincm-zueilen und dieses entzückendste aller Wesen sofort an sein Herzzu drücken: denn einen Weg dahin wird es doch wohl geben,da ja auch unsere Jungfrau sich auf dem Gipfel desfelben schonbequem gemacht hat. Anstelle dessen verfällt der junge Mannin ein ganz unerklärliches, aber echt heinefches, wildes Weh,starrt so nur noch in die Höh' und wird so wohl auch endlichnoch in den Strndel geraten. Könnte man hier nicht mit vollemRechte das Verslein zitieren:

In dem Nachen sitzt ein Greis,Ner sich nicht zu helfen weih?

Zu Gunsten des Liedchens spricht unbestreitbar der weicheFluß der Rede. Selbst dem verwöhntesten Ohre werden dieeinschmeichelnden Laute wie wahres Labsal erscheinen; und derleis wellenartige Takt, in dem sich hier das Wort bewegt, dürftenur in den seltensten Fällen ermangeln, den Lauscher in jeneträumerische Stimmung zn versetzen, in der ein solcher freilichnicht mehr zu denken Pflegt. Sobald sich jedoch dieser auch nochhierzu versteht, ist es mit dem Zauber freilich sofort vorbeiund die ihrer selbstbewußte Empfindung wird kaum an einerStrofe vorüberkönnen, ohne begründetes Ärgernis an allerleiwillkürlichen, abgeschmackten und sinnleeren Einfällen zu nehmen.Denn so schmeichlerisch auch der Laut der Ausdruck imweiteren Sinne ist von erlesener Gewöhnlichkeit geblieben. Esist ja ganz gewiß eine Grausamkeit, neben dieser plnnderigenLorelei fortwährend auf den herrlichen Fischer zu verweisen.