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weichlich zur Vereinigung mit dem geliebten Gegenstände undgiebt hierfür auch unausbleiblich die zweckdienlichsten Mittel an.Es war notwendig, daß Odysseus an den Mast gebnnden wurde,oder er hätte sich zu den verführerischen Sirenen ins Wasserstürzen müssen — und das wäre gut so gewesen. Und derGüthesche Fischer sinkt an den Busen des schönen Weibes und ver-sinkt mit ihr: und es würde übel sein, hätte die Sache einen anderenAusgang genommen. Und nun messe man an dieser Gesundheit derEmpfindung die berühmte Lorelei des großen Heinrich Heine.Ich habe soeben den Götheschen Fischer genannt':
Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran;
Sah nach der Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan —
ich darf es mir versagen fortzufahren; jedermann kennt dieDichtung, und wer sie einmal kennen gelernt, dem wird sie niewieder aus Seele und Ohr entschwinden. Vollkommneres alsdieses Gedicht hat die echte Kunst überhaupt nichts auszuweisen!Denn so wundervoll ist hier die Eintracht, in der sämtliche Er-scheinungen dieses dichterischen Gemäldes zu einander stehen —Szenerie, Handlung, Stimmung erscheinen so innig und un-trennbar, so im höchsten Sinne vernünftig ineinander verwoben:kein störender Zug darin! keine Farbe, die disharmonisch zuwirken vermöchte! so daß es ganz unmöglich sein würde, auchnur ein Wörtchen zu entfernen oder durch ein anderes zu ersetzen,ohne dieser seltensten Harmonie, zu der sich hier Verstand undSeele in unnachahmlichen Ausdrucke vermählen, unverwindlichenAbbruch zu thun.
Dem gegenüber nun die Lorelei:
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,Daß ich so traurig bin;Ein Märchen aus uralten Zeiten —Das kommt mir nicht aus dem Sinn.