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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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abscheulich findet, versprechen bloß weil sie angeblich blaublütigist so würde er sich damit als Romantiker nnd an Gemütwie Verstand gleich krank erweisen: denn die etwaigen Mängelder ersteren lassen sich leicht beseitigen, die der letzteren trotzenjeder Kur. Wenn ein Bursche das gesuchte Schätzchen endlichin den Zweigen eines Baumes erspäht und er klettert desgleichenhinauf, so ist dies nur zweckdienlich uud gesund: wollte er hin-gegen erst eine Axt holen, um den Baum zufallen, oder gar solange warten, bis das Liebchen ihm schlaftrunken von selbst aufden Kopf fällt, so hätte er damit nur den klassischen Beweis er-bracht, daß gerade er es ist, der völlig romantisch auf den Kopfgefallen. Wenn ein Männlein ein gar zu entzückendes Fräu-lein am jenseitigen Ufer erblickt nnd er schwimmt ohne Besinnenhinüber, so ist solches in doppeltem Sinne gesund wollte eraber, mehr einer fassungslosen Henne ähnlich, erst auf die Brückeoder den Nachen warten, der ihn trocken hinüberträgt, so dürftesich unterdeß ein Gesünderer als er die Göttin längst heim-geholt haben. Wenn ein Verliebter die Heißgeliebte endlich inden Armen hält, so hat er nur ein Recht, nämlich überglücklichzu sein und das ist fraglos gefund: wenn er hingegen roman-tisch eine Legion von Wehmutstränen dabei verschluckt, so kannsolches doch nur äußerst ungesund sein. Wenn ein Bewerberdie Umworbene nicht erhält, so schlägt er vielleicht den glücklichenNebenbuhler tot, oder aber er faßt sich und entsagt woferner moralifcher Sinnesart ist und beides ist unter Umständenschlecht nnd recht: wollte er hingegen wehleidig von dannentraben, wehleidig einen derben Strick kaufen, um sich dreimalwehleidig damit romantisch an den nächsten Nagel zu hängen,so wäre das ohne Zweifel höchst ungesund: denn so lange erund sie leben, hat er noch immer Hoffnung gleichwohl zu seiuemZiele zu gelangen u. s. w. Der leidenschaftsvolle Mensch kannnicht immer alles erreichen, was er Wohl möchte, aber dann darfden Fehlschlug weder sein Wille noch seine Vernunft verfchuldethaben. Die Kraft und Gesundheit des Gefühls drängt unaus-