— 27 —
kommen gewesen. Denn sobald der Witz ganz allein sich überdie unbekannten Gefühle hermacht, wird die Geschichte immerkomisch enden. Ein andres Liedchen!
Lehn deine Wang' an meine Wang',Dann fließen die Tranen zusammen!Und an mein Herz drück' fest dein Herz,Dann schlagen zusammen die Flammen!
Und wenn in die große Flamme fließtDer Strom von unsern Tranen,Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließt,Sterb' ich vor Liedessehnen.
Wer nur dahinter käme — warum das verliebte Pärchenalle Schleusen seiner gangesartigen Tränenflut aufzieht? um dasgroße Feuer zu löschen? Wer nur dahinter käme — warumdie beiden sich so innig fest und ganz besonders er die Geliebteso gewaltig umschließt? um seine Liebe zu stillen? Gott be-wahre! Er zum wenigsten stirbt darüber. Und die Todesart?Liebessehnen! Wer nur dahinter käme! Adolf Ienfen hat zu
dem Verse:
Lehn' deine Wang' an meine Wang' —
das Lied einer weltvergessenen Liebesverzückung in Tönen vonberückendster Magie gedichtet: so singen wir es fetzt, so hörenwir es singen, und über der Allgewalt des elementaren Klangesvergessen wir alle insgesamt das farbenfchreierische Gemälde einerJahrmarktsbude und die bombaftifche Albernheit des Sinnes:
Wenn ich in deine Augen seh',So schwindet all mein Leid und Weh;Doch wenn ich küsse deinen Mund,So werd' ich ganz und gar gesund.
Wenn ich mich lehn' an deine BrustKommt's über mich wie Himmelslust;Doch wenn du sprichst: ich liebe dich!So muß ich weinen bitterlich.