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Dichterische Idole : Heine, Horaz
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Ein Fichtenbaum steht einsamIm Norden auf kahler Höh'!Ihn schläfert; mit weißer NeckeUmhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,Die fern im MorgenlandEinsam und schweigend trauertAuf brennender Felfenwand.

VW zärtliches Verhältnis mehr! und dies zwischen Dingen,die sich in keiner Weise nahe zu kommen vermögen in jedemFalle eine sinnleere Spielerei. Wollte man aber auch solcheDinge als eine Art Allegorie menschlicher Beziehungen zu ein-ander gelten lassen, so müßte man doch zum wenigsten verlangen,daß die Neigung, in der gegenseitig Palme und Fichte, Spiegelund Wasserflasche, Laubfrosch und Katze erglühen, ein sinnge-mäßes Widerspiel in dem wirklichen Leben des Menschen erfahre:denn nur so erst wäre ein schwächliches, weil lediglich durch denVerstand vermitteltes Mitgefühl möglich. Man mag also an-gesichts dieser sinnbildlichen Liebe, zn der Palme und Fichten-bllmn herhalten müssen, die Sehnsucht zweier Herzen verstehen,die für einander entbrennen und sich doch nie angehören können;man mag sich, um ganz im Bilde zu bleiben, noch des weiterendenken, daß es Menschenseelen giebt, die immerwährend nureinem Ideale bloßer Träume nachschwärmen, in welchem die-selben das Maß ihrer Natur allein wieder zu finden vermeinenwo wäre aber ein solches natürliches Gleichmaß an Fichte undPalme zu entdecken? Davon abgesehen, erschauert man inLiebe nur nach dem Bekannten; und das zarte Seelen-gespinnst zwischen den beiden Bäumen dürfte nur demjenigenganz ersichtlich geworden sein, der selbst schon einmal alsEskimo in träumendem Liebesdrange die einsam trauernde Hotten-tottin umsiug.

Das war die Empfindelei in Gleichnissen, sie ist nicht mindergelungen ohne die letzteren.