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umgebenden Welt, auf dem Qnal und Seligkeit für ihn beruht,deuten müssen. Dieses sich schlechthin vom Herzen lösende Wortnun vermag die Heinesche Muse nur in ganz seltenen Fällen zufinden. Indem sie selbst nichts oder doch nur wenig eigenesauszusagen hat, und gleichwohl unausgesetzt von sich redenmachen will, sieht sie sich genötigt, um Abwechselung in dieMonotonie ihres Spieles zu bringen, sich allerlei niedliche Be-ziehungen der Außendinge zu einander zu erdenken, und da sieselbst kaum lieben kann, so doch diese sich wenigstens lieben zulassen. So entstehen unter anderem die Liebschaften zwischenMond, Wasserlilie und Lotosblume. Allein bevor ich mich derWahl und Betrachtung eingehender zuwende, sei noch schnelleines Götheschen Wortes gedacht.
Der Weimarer Dichterfürst hat sich Zeit seines Lebens nurwenig mit der Kritik abgegeben; planmäßig hat er sie nie be-trieben: die Gelegenheit mußte ihn dazu herausfordern, und daßer alsdann nicht ganz zu widerstehen vermochte, ist zu einemwahren Glücke für uns Spätere geworden. So hat er dennauch einmal, durch den Klingklang fchüner Verse und derennichtigen Inhalt dazu verführt, inbezug auf das Lied eineganz vortreffliche Bemerkung gemacht. Es sei eine Wahr-nehmung, die man täglich machen könne — so ist der un-gefähre Wortlaut — daß eine ungewöhnlich große AnzahlMenfchen die Kunst fast nur noch sinnlich zu genießen ver-mögen: es seien dies solche, bei denen Verstand und Empfindungin ausnehmend geringem Maße vorhanden seien; aber auch diegeistigere Menschenart sehe sich zuweilen von der musikalischenSchönheit der Verse und Reime derart umstrickt, daß sie einerlängeren Überlegung bedürfe, um zu einem abschließenden Be-griff über den inneren Wert des Gehörten zu gelangen; ineinem solchen Falle nun, wo sich das Ohr des Hörers durchden einschmeichelnden Liebreiz des Wortes völlig unterjocht zeige, seies wohlgethan, den sinnlichen Zauber von Vers nnd Reim ineinfache Prosa aufzulösen — alsdann habe man den bloßen Ge-