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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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485nie in einem Stücke, worüber man seinen Wil-len hat blicken lassen, nachzugeben. Thut manlezteres, so' macht man sich und dem Kindeviele und neue Mühe und Verdruß. Sie se-hen, daß es von Seiten des Erziehers hieräusserst nothwendig sey, immer mit Bedachtzu handeln, und nie in seinen Forderungen vomKinde sich zu übereilen; sondern alles vorherwohl zu überlegen, damit man nicht Gefahrlaufe, in den Fal zu kommen, entweder nach-geben zu müssen; oder vom Kinde etwas zubegehren, was doch seiner Natur und Bestim-mung zuwider ist. Sie fragen mich aber,welche Gattung von Zwangmitteln man beisolchen ganz jungen Kindern anwenden könneund dürfe? Wenn das Kind eine Sache be-gehrt, die man ihm versagen zu müssen glaubt,dann ist es öfters schon hinreichend, wenn manihm selbige versagt; und im Fal es darüberweinet, es so lange weinen läßt, bis es desWeinens selbst müde geworden. Hat man einPaarmahl diesen Versuch ausgehalten, so wirddas Kind schon nicht leicht mehr durch anhal-tendes Weinen etwas erzwingen wollen, weiles weis, daß es damit nichts ausrichtet, unddoch das Weinen selbst im Grunde ihm eben-fals unangenehm ist. Hiedurch erhält mannoch ausserdem den äusserst wichtigen Nutzen,daß man nachher aus dem Weinen des Kindesmit Sicherheit schliessen kan, ob ihm würklichetwas fehlet, oder nicht; als welches man beidenen Kindern, die blos aus Ungeduld jederzeitwei-