568wenn es die Noth erfordert, ohngeachtet allesWeinens, die Arznei mit Gewalt in den Hals:wohingegen den empfindelnden Eltern der An-blick ihres kranken Kindes, das Herz bricht,und daher selbige aus lauter Zärtlichkeit man-ches Kind auf solche Weise sterben lassen,welches noch hätte gerettet werden können. DerKarakter des guten und edlen Menschen, musdeswegen Theilnehmung und Festigkeit seyn;erstere bestimmt, was zu thun ist; und leztereführt es aus.Noch etwas, das der Empfindsamkeit leichteine unrichtige Stimmung giebt, ist unvorsich-tiges Lob, und übermäßiges Beklagen. VomSchaden welchen das erstere verursacht, habe ichschon geredet. Lezteres vergegenwärtigt nichtallein dem andern sein Leiden aufs neue, undvermehrt dadurch seine Empfindung; sonderner geräth auch leicht in Versuchung, sein Lei-den für ungerecht anzusehen, und als gieng esüber seine Kräfte. Er wird sodann nur destoleichter unwillig über alles, was ihn umgiebt,und vervielfältigt sein und anderer Leiden. An-erbietung und würkliche Darleiſtung jeder moͤg-lichen Hülfe sind hier, nebst der Zurechtweisungdes in Ungeduld sich vergessenden Geistes, die-jenigen Pflichten, deren ſtille Ausübung dengehörig gestimten empfindsamen und eigentlichnüzlichen Menſchen auszeichnet.Eben so schädlich ist es den Menschen, an
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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