562selben gar nicht mehr einzusehen und zu em-pfinden fähig ist; sondern bei mancherlei Ver-säumnißen doch noch im Wahn bleibt, mehrgethan zu haben, als sie zu thun brauchte.Salomo sagt derohalben; (a) daß eine solcheFrau, wie ein Eiter im Gebeine des Mannesangesehen werden müsse. — Wenn Sie fernereinen Menschen darben sehen, der wegen Faul-heit in solche dürftige Umstände gekommen ist,und eben deswegen, obwohl er durch Arbeitsich ernähren könnte, darinn verbleibt; so be-greifen Sie leicht, daß es eine schädliche Em-pfindelei wäre, diesen Menschen durch Almo-sen zu unterstützen. Faulheit und unordentli-ches Leben, werden durch solche verkehrte Em-pfindsamkeit nur unterhalten. Sie sehen die Be-stätigung hiervon in denenjenigen Oertern, woauf eine unbestimte Weise, jedem, der sich alsein Armer meldet, Almosen ertheilt werden.An solchen Oertern ist und bleibt der Pöbelnicht allein arm, sondern es ist auch daselbstgar keine Induſtrie hervorzubringen. Das iſt hierdie wahre Barmherzigkeit, mit möglichster Sorg-falt dergleichen Anstalten zu treffen, wodurchein solcher Mensch wieder auf den rechten Weggebracht und in den Stand geſetzet wird, ſeineigen Brod verdienen, und anderen nüzlich seynzu können. Wenn Sie nun alles dieses gehöriserwägen, und dabei den relativen Werth jedermoralischen Empfindsamkeit zu entdecken sichbemü-(a) Sprüche Salom. Kap. 12. v. 4.
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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