561statt Bedürfniße zu vermindern, Gefahr laufe,selbige zu vermehren; so folge er immer, ohneweiter zu raisonniren, aufs getreueste seinemTriebe, und wende alle mögliche Mittel an,die ihm sich zeigenden eignen oder fremdenBedürfniße aus allen Kräften zu befriedigen.Ich wil Ihnen die Sache durch ein paar Bei-spiele erläutern. Nehmen Sie einen Menschen,für welchen, Aufklärung in einer gewissen Sa-che Bedürfniß ist; der aber durch die Zeit undMühe, die er zur Erlangung solcher Aufklä-rung anwenden mus, und durch die dazu er-forderliche Abstraction gehindert wird, diePflichten seines eigentlichen Berufs mit demnöthigen Fleiße zu erfüllen: Was meinen Sie?solte das wohl das Glück eines solchen Men-schen befördern heißen, wenn man demselbenzu der, für ihn und andere offenbar schädlichenBefriedigung seines Bedürfnißes verhölfe? Ge-wiß nicht! Wer kann der fleißigen, treuen, ei-nem weitläuftigen Hauswesen vorgesetzten Fraudie Lecktüre von zerſtreuenden, vieleicht zurEmpfindelei hinreißenden Büchern, mit gutemGewißen empfehlen; oder ihren daran erlang-ten Geschmack zu befriedigen suchen? Dashieße, die Ruhe und das Glück einer ganzenFamilie stören. Denn im Anfang zwar opfertdieſe Frau nur geringere Geſchäfte einem ſol-chen Hange auf; nach und nach aber steigt beiihr unvermerkt der Hang, und mit dessen Zu-nahme nimt das Gefühl ihrer häuslichen Pflich-ten ab, dergestalt, daß sie den Umfang der-selbenM m
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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