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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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558die Seele von allen andern Seiten unthätigmache; als in welchem Fal der Mensch zumgänzlichen Wahnsinn übergeht. GlaubenSie nicht, Mein Werthester! daß diese Illu-sionen allein bei den gröberen LeidenschaftenPlatz finden; Leider entdekt man selbige so garbei denen Empfindungen der Seele, welchedie edelsten seyn solten. Ich wil hier die Trie-be zur Gottesverehrung zum Beispiel nehmen.Gedenken Sie sich einen Menschen, der sichunrichtige. Begriffe über die Religionsbedürf-niße bildet, und dabei seiner Einbildungskraft,den Zügel schießen läßt; und fragen Sie dieErfahrung, wohin ein solcher verfalle? Indie schädlichste, liebloseste Pietiflerey; zuweilenin Verzückungen; ja wohl gar zulezt in offen-baren Wahnsinn! Indem er hier Befriedigungder Bedürfniße in gewissen sinnlichen Sachenund Bemühungen suchet, so wächset in ihm derTrieb zu solchen von Tage zu Tage, und ingleicher Maasgabe nimt die Erkenntniß desBedürfnißes, welches der eigentliche Geist undErZweck der Religion angiebt, immer ab.geht zwar immer fleißiger in die Kirche, giebtauch wohl mehrere Almosen, schließt sich Stun-den lang ein zu beten u. d. g.; und im Grun-de bleibt er, in Rücksicht auf seine Leidenschaf-ten, der nemliche Mensch, der in Beherrschungderselben um keinen Schritt weiter gekommenist; sondern seine Lieblosigkeit in Beurtheilungandrer Menſchen, welche nicht das Bedürfnißder Religion in denſelbigen Sachen ſuchen, klar