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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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557unordentlich gestiegene und unzeitig befriedigteEmpfindung eines nicht richtig gnug empfunde-nen Bedürfnißes, eine widernatürlich vermehr-te Reitzbarkeit des beſonderen Theils erfolgt;eben so geht 's im moralischen, so bald derMensch seiner Einbildungskraft den Zügel schie-ßen, und sich von selbiger fortreißen läßt.Hievon könnte ich Ihnen einige Bogen vol Be-weiſe hinſchreiben. Ich wil nur einige wenigezur Erläuterung anführen. Der Hoffärtige,der Geitzige, der Verliebte 2c. sieht gewisseGegenstände als Bedürfniße an, die es dochgar nicht sind. Ueberläßt er sich nun seinerEinbildungskraft, so wächset in ihm mit jedemWunsche, auch der Trieb zur Anwendung allerihm bekannten Mittel, das ihm anscheinendeBedürfniß zu befriedigen. Mit Vermehrungdieses Triebes wächset nothwendiger Weise derReitz, und nach Maasgabe wie lezterer zunimt,müssen die gereitzten Theile schwächer, mithinder Einfluß der begehrten Sache um so hefti-ger würkend werden. In gleichem Verhältnißenimt also die Gegenkraft, womit der Menschſich dieſem Reitze widerſetzen konnte, ab. Mitjedem neuen Reitze wird der Verstand mehrverdunkelt, das eigentliche wahre Bedürfnißmehr verkannt, und der Wille unaufhaltsamerauf das anſcheinende, falſche Bedürfniß gelen-ket. Die Erfahrung lehret nun ferner, daßbei dem Menſchen dieſer Reitz ſo hoch ſteigenkönne, daß er alle Empfindung der übrigenBedürfniße verdränge, den Geist umneble, unddie