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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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556aus die Fähigkeit haben muste, seiner Bedürf-niße Werth oder Unwerth einzuſehen, d. i. dieechten, geistigen, von den falschen und unech-ten gehörig zu unterscheiden. Denn wer sicheinbildet, daß die moralischen Bedürfniße füralle und jede Menschen die nemlichen sind,der ist vom Wege der Natur weit entfernt.Diese sind, eben so wol, als die physischen Be-dürfniße, völlig relativ; dergeſtalt, daß wasfür einen Menschen Bedürfniß ist, für den an-deren schädlicher Ueberfluß seyn kan. Ist aberdieses wahr; und ich sehe nicht, wie man esläugnen wil; so fält die Wichtigkeit, es bei derErziehung gehörig zu beherzigen und anzuwen-den, jedem in die Augen. Denn eben diesegänzlich vernachläßigte, oder unzureichende Un-tersuchung des beständigen, oder blos relativenWerths anscheinender und würklicher Bedärf-niße, unsrer selbst oder andrer, ist eine Haupt-quelle der so genannten Empfindelei. Nie sollder Menſch einer moraliſchen Empfindung vonwahrem oder anscheinenden, eignen oder frem-den Bedürfniß auf eine andere Weiſe Gehörgeben, als nachdem er sich überzeuget hat, daßſelbige in ihren verſchiedenen Beziehungen, alswahres Bedürfniß angesehen werden müsse.Wo eine solche Untersuchung verabsäumt wird,da läuft der Menſch jederzeit Gefahr, ſein eignes, oder seines Nächsten moralisches Gefühlvon Bedürfnißen, in Unordnung zu bringen,folglich in und ausser sich Zerrüttungen zu ver-ursachen. Eben so wie im physischen auf jedeunor-