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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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553Weise, wie auch dem Vermögen, um die phy-sischen Bedürfniße selbst empfinden zu kön-nen, und der Art und Weise so wol, als auchdem Vermögen die moraliſchen Bedürfniße zuempfinden. Erstere lehrt allein die Natur unsſelbſt auf eine untrügliche Weiſe, wie Sie ausmeinen vorigen Briefen wissen, in dem nochunverdorbenen Instinkt, und können wir darinvon keinem andern Menschen uns vorempfindennoch belehren lassen. Hiezu brauchen wir alsokeine Mühe noch Uebung, sondern wir bekom-men Hunger und Durſt, ohne unſer Bemühen;nur müssen wir allein dabei sorgen, daß wirdiese Empfindung nicht durch sinnliche Triebeunordentlich machen. Bei den moralischenBedürfnißen geht's aber ganz anders. Umdiese gehörig empfinden zu können, dazu ge-höret Aufklärung und Uebung. Wenn nemlichhier der Mensch nicht durch eignes Bestreben,Aufklärung und deutliche Begriffe zu erlangenſucht, kan er auch nicht zur richtigen Empfin-dung seiner moralischen Bedürfniße gelangen.Ausserdem braucht er hier ganz nothwendigfremder Hülfe und Leitung, indem er aus sichallein nicht den dazu gehörigen Grad der Auf-klärung erlangen kan, sondern der Erfahrun-gen, welche er im menſchlichen Zuſammenlebenmacht, der aus selbigen zu ziehenden Schluße,und selbst höherer Lehren bedarf. Wenigstenskan er ohne diesen, keine deutliche Begriffe vonseinen moralischen Bedürfnißen erlangen, son-dern mus bei dem dunkeln und traurigen Ge-fühl