551ten und gleichsam erstorbenen moralischen Sei-ten reitzen und wieder in Würksamkeit setzen.Liegt aber die Ursache dieser moralischen Läh-mung in der Zusammensetzung des Menschenselbst, alsdann ist leider nicht so viele Hof-nung, und die Auswahl der Mittel viel be-schwerlicher. Was die Kunst dennoch zuweilenauch hier vermöge, das erstreckt sich weiterals meine Schranken gehen.Bei unsrer jetzigen Modeerziehung, undder durch Weichlichkeit und gestiegenen Luxusalgemeineren Schwäche, kan es aber nicht feh-len, daß die Empfindsamkeit bei sehr vielenübertrieben, und in die schädliche Empfinde-lei ausgeartet angetroffen wird. Diese Em-pfindelei ist nun entweder natürlich, und ent-steht sodann aus einer eigenthümlichen Schwä-che des individuellen Menschen, oder ist erkün-stelt, und entspringt aus unrichtigen Begrif-fen; oder niedrigen, auch wol gar abscheulichenBeweggründen. Da dieser moralische Fehlernicht allein in der vor einigen Jahren so alge-mein epidemisch eingerissenen, und seit kurzemso viel bestrittenen affecktirten übertriebenen Em-pfindsamkeit liegt, sondern von einem weitgrösseren Umfange ist, zu dessen Verhütung beider Erziehung manche Sorgfalt angewendetwerden mus, ſo mus ich mich hierüber etwasweitläuftiger erklären, um so viel es mir mög-lich seyn wird Sie in den Fal zu setzen, jedenbesonderen Fal bei Ihren Zöglingen nachher destodeut-
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Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
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